Landschaftsfotoarchitektur – Fotoblog

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Ein Mann ohne Frau und Kuh – Schottland (Tag 6/10)

Ein neuer Morgen, ein neues Ziel. Heute wartet der alte Mann auf uns. Er wartet schon lange.

Noch vor dem Frühstück statten wir dem Hafen einen Besuch ab. Doch viel gibt es an diesem Fährhafen nicht zu sehen. Das ist die Gelegenheit den ruhige Zeit des Morgens ebenso lange zu fotografieren, wie wir diesen Moment genossen haben.

Schottland ist nicht groß, doch Skye ist noch viel kleiner. So fuhren wir ein paar Minuten und waren plötzlich an der Ostküste der Insel.

Gesäumt von zahlreichen Wasserfällen, führte unser Weg zum alten Mann. Er ist ein Besonderer, der zurückgezogen an einem Hang lebt. Nur wenige Pfade führen hinauf zu ihm. Doch auch diese Strapazen sind es wert.

Sein Name ist Old Man of Storr. Schon aus großer Ferne erkennt man ihn, wie er nördlich von Portree dort thront. Sein Anblick ist unvergesslich und doch vertraut, sieht er doch aus wie ein überdimensionierter Hinkelstein. Doch nicht einmal Obelix könnte diesen 48 Meter großen Koloss heben, da bin ich mir sicher.

So etwas tue ich eigentlich ungern, aber heute muss es einmal sein. Schaut euch im Album bitte das obige Foto genau an und zwar haargenau. Darauf ist eine Person mit roter Jacke zu sehen. Ihr sollt diese Person einfach nur finden 😉

Angekommen beim alten Mann begegnete er uns mit orkanartigen Böen und bald danach mit Regenschauern, die laut Wetterbericht in Dauerregen übergehen sollten. Das Tagesziel war erreicht.


Der Motivkönig – Schottland (Tag 5/10)

Wer stolpert des Nachts über die feuchten Wiesen?
Es sind die Fotografen, sie wollen sich nicht den Urlaub vermiesen;
Sie suchen den Steinkreis schon so früh am Tag,
Sie lassen sich Zeit, der Sonnenaufgang naht.

Du Fotograf, warum so bang das Gesicht? –
Siehst du die Motive denn nicht?
Die Motive so traumhaft und schön? –
Sie sind so zahlreich, drum‘ lass das gestöhn. –

„Du lieber Fotograf, komm, bleib nicht nur hier!
Gar schöne Landschaften zeig ich nur dir;
Manch‘ raue Felsen sind in dem Land,
es legt schon ab sein sommerlich Gewand.“ –

Mein Ego, mein Ego, und gierst du nicht,
was der Insta-Graf mir durchtrieben verspricht? –
Sei locker, bleibe locker, du Fotograf;
Das Verlangen der Likes so Manchen schon straf. –

„Wollt, feine Grafen, ihr mir nicht einfach folgen?
Die vielen Likes sollen euch pushen ganz schön;
Die Likes, sie lassen euch Erfolgreich sein
und schmeicheln und loben und säuseln euch ein.“ –

Ihr Freunde, ihr Freunde, und seht ihr nicht dort
die Berge am einsamen Ort? –
Oh Mann, oh mann, das kann doch nicht sein:
Über uns bricht dramatisches Wetter herein. –

„Alle lieben dies Land, es ist ein Genuss;
Und ist es zu willig, so wuchert Tourismus.“ –
Oh nein, oh nein, jetzt ist es zu spät!
Die vielen Menschen haben ihr Unheil gesäht! –

Den Fotografen grauset’s: Sie sorgen sich sehr,
Der Verschmutzung entgegen setzen sie sich zur Wehr,
Ein Jeder macht mit, mit Mühe und Not;
Die Erde ist wertvoll, denn sonst ist sie tot.


Schlaraffen-Helgoland

Helgoland ist ein Fleckchen Erde weit draußen auf See. Jeder kennt die Insel, aber niemand nimmt sie so richtig war. Warum auch? Es ist ein nicht mal 2 km² kleiner Felsen, der in zwei bis drei Stunden Fahrzeit mit der Fähre zu erreichen ist. Dazu muss man die offene See passieren und so passiert es einigen, dass sie sich unterwegs eine Tüte Labskaus voll machen, wenn das Wetter nicht mitspielt. Warum also sollte man auf diese Insel wollen oder Notiz von ihr nehmen?

Warum ich dort hingefahren bin? Eine freundliche Einladung schlägt man nicht aus, zumal ich noch nie dort gewesen bin. Windstärke fünf und Regen waren laut der Wettervorhersage angekündigt. Im Heimathafen der Fair Lady schien die Sonne und es war Windstill. Soweit so gut. Nach so und so viel Stunden fahrt ging auf offener See zwar eine Brise, doch gab es keinen Seegang und der Regen ließ ebenfalls auf sich warten. So kamen wir heil, mit vollem Magen und Sonnenbrand auf Helgoland an. Zur Erkundung der kleinen Insel blieben uns vier Stunden. Zeit genug für eine Mittagspause in der Hanse Kogge, mit Bodenständigem und leckerem Essen ohne viel Schnickschnack, trotzdem aber nicht langweilig.

Anschließend begaben wir uns auf die Touristenautobahn, den Klippenrandweg. Der Name ist Programm. Er führt die Touries am Rande der Klippen einmal rund um die Insel. Auf diesem Weg kann man auf kleinen Tafeln geschichtliches zur Insel lesen. Anderswo setzt man sich auf eine der vielen (gepflegten) Bänke und träumt vom Seefahrerleben oder man wird Naturforscher und beobachtet die nistenden Seevögel an den nördlichen Klippen. Läuft man den Weg im Uhrzeigersinn weiter, so findet man den Sandstrand, Kleingärten, das Schwimmbad, das Wohngebiet der etwa 1000 einheimischen Bewohner und gelangt dann wieder an den Ausgangspunkt, der Einkaufs und Restaurant-Meile „Am Falm“, zurück.

Einkaufen, ein Thema für sich auf diesem Eiland und ein Grund warum so viele Leute Helgoland besuchen. Auf der Rückfahrt war das Ausmaß erst erkennbar. Plastiktüten so groß und gefüllt wie sonst nur in der Weihnachtszeit haben die Besucher bei der Abreise wieder an Board geschleppt. Zigaretten, Alkohol und „Markenklamotten“ dominierten hier weit vor den üblichen Souvenirs. Dafür waren wir nicht her gekommen, sondern für ein bisschen Erholung abseits des Alltags. Und dafür ist Helgoland sehr gut geeignet. Die Tagestouristen, vornehmlich älteres Publikum, sind nur von etwa 11 bis 16 Uhr da. Dann herrscht wieder Ruhe auf der Insel.

Auf dem Hinweg konnte ich aufschnappen, dass einige zur Kur kamen. Neben der Insel Helgoland liegt auch eine Düne im Meer. Auf ihr gibt es einen kleinen Flughafen und sonst nur ein paar Bungalows in denen man sich für ein paar Tage einmieten kann. Wenn man dort nicht gezwungen wird sich zu entspannen und von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, dann weiß ich auch nicht weiter. Man kann dort zur Ruhe kommen und endlich mal ein Buch lesen, oder ein Buch schreiben? Die Seeluft tut für den Kur-Anteil ihr übriges.

Die Unterstadt lebt beinahe nur vom Tourismus. Dennoch wirkt Helgoland nicht wie ein touristischer Ort. Es ist eine interessante Balance.. Die Abgeschiedenheit der Insel, beziehungsweise der Weg dort hin, wird dieses System sicher nicht so schnell aus dem Gleichgewicht bringen. So lange die fünf Fährlinien (glaube ich) nicht allesamt ihre Schiffe durch modernere und schnellere Katamarane austauschen, auf denen die Touries nicht so schnell Seekrank werden, könnte Helgoland noch eine Weile so schön und ruhig bleiben wie ich es gesehen habe.

Damit Ihr nun auch etwas zu sehen bekommt, wünsche ich viel Spaß mit der Galerie. Übrigens, ich habe mal wieder etwas neues Ausprobiert. Mir Gefällt es, jetzt, nachdem die erste Verwunderung weg ist. Vielen Dank, dass Ihr die Zeit hattet hier vorbei zu schauen! Und vielen Dank wieder an BSK Spezialkabel. Diesmal ohne Link, denn den habe ich nun auf der rechten Seite als Sponsor eingefügt. So ist es für uns alle leichter. Bis später dann..


Das Bild von Helgoland

Helgoland, der Fels in der Nordsee. Viele kennen seinen Namen und wissen ungefähr wo er sich befindet. Doch eine Fahrt dorthin unternehmen nur wenige.

Das Bild von Helgoland ist stürmisch, es ist grau und verblichen. Ein Außenposten vor der Küste Deutschlands. Nur bewohnt von Wartungspersonal und Händlern, die zollfreie Waren verkaufen. Zigaretten, Rum, Whisk(e)y und vielleicht auch Schmuggelwaren.

Helgoland – Eine steile Felswand, die sich aus der unruhigen Nordsee erhebt und ein Bunkersystem zum Schutz vor dem Angriff der Alliierten beherbergt. Eine Felswand, die der Brandung standhält. Eine Felswand, an der nur Seevögel nisten.

Das ist mein Bild von Helgoland.

Bild von Helgoland

Das war mein Bild von Helgoland.

Wie Helgoland nun aussieht und wie man es wahrnimmt werdet Ihr mit dem nächsten Beitrag erfahren, der nicht lange auf sich warten lassen wird. Danke fürs vorbeischauen!