Erst Licht, dann Strom, dann Emotion | Urbex & Sport Fotoblog by dsgk

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Elektronenfluss

Weiter geht es mit der OUT2013 und mit einer Location, die ich schon mit Sound of electricity angekündigt habe. Es ist ein stillgelegtes Kohlekraftwerk in Deutschland und mittlerweile schon das fünfte dieser Art, das wir besucht haben. Nachdem wir einen Eingang fanden, packten wird die Kameras aus und teilten uns auf ohne Zeit zu verschwenden. Schon von außen sah es riesig und sehr imposant aus. Das Erste was ich feststellen musste war, dass sich in diesem Kraftwerk wieder (nur) Rohre, Schaltschränke und Brennkammern befanden.

Also wurde vom Erdgeschoss auf eine höhere Ebene gewechselt. Angekommen auf der Ebene der Turbinen ebenfalls Ernüchterung, Turbinen, wie erwartet. Doch etwas war anders als in anderen Kraftwerken. Hier gab es insgesamt 14 Turbinen. Ein Dutzend davon brachte jeweils 210MW in das Stromnetz, die zwei restlichen jeweils 500MW. Diese Turbinen waren größtenteils noch an ihrem ursprünglichen Einsatzort. Ganz im Gegensatz zu dem stillgelegten Kohlekraftwerk Vockerrode etwa, in dem es in der Turbinenhalle nur noch große Löcher und viel ‚Nichts‘ gibt. Eine 600m lange Halle jedoch vollgestellt mit großen Anlagen, schmutzig, aber dennoch nicht heruntergekommen. Jede Location bietet dir doch immer wieder etwas neues. Ich würde diesen Ort so beschreiben: Gigantisch, unfassbar groß und wahnsinnig beeindruckend.

Es waren zahlreiche Turbinengehäuse geöffnet. Einige waren leer, in anderen wiederum lagen die Axialturbinen still und regungslos. Sie haben jahrelang ihren Dienst zuverlässig verrichtet und für uns Elektronen in Bewegung gesetzt. Wie der Reifen eines Fahrrads den klassischen Dynamo antreibt, so bewegten diese beeindruckenden Stücke des Maschinenbaus und der Strömungslehre riesige Generatoren. Dabei wurden zu Spitzenzeiten bis zu 50.000 Tonnen Braunkohle täglich verfeuert. Das Grundig Stadion in Nürnberg ist ein Fußballstadion, das 50.000 Zuschauer fassen kann. Wenn jeder Besucher eintausend Kilogramm Braunkohle mitbrächte, könnte man einen Tag lang Strom aus der Steckdose bekommen. Täglich mussten 50.000 Tonnen Kohle aus der Erde geschürft und gekratzt werden. Es ist unvorstellbar.

Nachdem die Turbinenhalle, die sich im Aufbau etwa alle 40m wiederholte, ausgekundschaftet war ging es noch höher hinauf. Gute 300 Stufen. Dort, 65m hoch über dem Boden, ist dann das letzte Bild dieser Galerie entstanden. Ich wünsche viel Spaß mit diesem Koloss der ehemaligen DDR.

Zur kompletten Galerie geht es wieder über das kleine quadratische Bild oben rechts in der Ecke oder über den Link etwas weiter vorn im Satz. Vielen Dank an dich, dass du die Zeit hattet hier vorbei zu schauen! Innerhalb einer Woche könnte es den nächsten Beitrag geben. Schau mal wieder vorbei.


Sound of electricity

Dies ist eine Kostprobe der nächsten Fotos die ich bloggen möchte. Es handelt sich dabei um ein großes Stück Industrie, das für uns alle so unverzichtbar scheint.

Über Ostern waren wir Fotografen im Rahmen der OUT2013 mal wieder in einem Kohlekraftwerk. Diesmal nicht im bösen Belgien, sondern mal wieder daheim im Deutschland. Es gehört jedoch nicht zu den Kraftwerken, die man, für gewöhnlich, auf Anfrage besichtigen kann. Daher kann ich euch den Namen des Kraftwerks leider nicht nennen.

Ein gutes Foto braucht nicht erklärt werden heißt es. Also fange ich ohne weitere Umschweife an. Diese Dampfturbine trieb einen 210MW-Generator an, von denen es in diesem Kraftwerk 12 Stück gab. Ein ohrenbetäubender Lärm erfüllte die etwa 600m lange Turbinenhalle. Ein Dutzend dieser Turbinen surrten im Einklang der Stromproduktion 32 Jahre lang vor sich hin. Tag ein, Tag aus. Bis zu 600°C heißer Dampf  brachte diese Ungetüme in Bewegung, um für uns den so notwendigen Strom zu produzieren.

Da war es wieder, dass „Produzieren“. Strom ist eine Energie und diese kann man weder vernichten noch herstellen oder „produzieren“, nur wandeln ist möglich. Warum also benutzt man diese unmögliche Formulierung? Nun, ich bin kein Sprachexperte und ihr wisst das am besten. Aber betrachten wir es mal so: Jemand betreibt ein Kraftwerk und kauf Rohstoffe ein, hier Kohle. Diese wird in einem Produktionsprozess in etwas vielseitigeres und wertvolleres veredelt bzw. „verwandelt“, in den elektrischen Strom. Der Kraftwerksbetreiber verkauft sein Endprodukt dann schließlich und verdient einen Haufen Geld damit. Dieses Prinzip kennen wir alle von der Pommesbude, den Autobauern und vom Heimwerken. Euch fallen sicher bessere Beispiele ein. Also, ich mache euch einen Vorschlag, auf den mich einer der Fotografen brachte. Wenn Ihr, wenn wir, von einer Stromproduktion reden wollen, dann sollten wir auch sagen, dass der Strom aus einer Stromfabrik stammt. Das ist zwar kompletter Blödsinn, aber auf eine verquere BWLer-/Wirtschafter-Denkweise ist es so verkehrt auch nicht.

Heute klingen sie nicht mehr, drehen sich nicht mehr, stehen still.
Diese Klingen trugen den Klang von Elektrizität mit sich.
Laut, ohrenbetäubend und unverzichtbar.

Danke für vorbei schauen. Das meine ich ernst! Ein Klick auf das Foto bringt euch zu einer größeren Ansicht. Beim nächsten Mal sollte es wieder ein paar Fotos mehr geben und auch mehr von diesem Kraftwerk. Bis dahin.


More Plant than Power – Das grüne Kraftwerk

Es ist soweit! Dies ist der erste ECHTE Urbex Blogeintrag! Wenn jetzt niemand stolz auf mich ist schmeiße ich alles hin!

Zu den neuen Bildern: Ihr könnt hier 12 Bilder eines stillgelegten Kohlekraftwerks, das in Belgien langsam vor sich hin altert, anschauen. Das Kraftwerk ist unter dem Codenamen „ECVB“ bekannt. Sollten euch meine Bilder gefallen stehen damit auch alle Türen offen grandiose Fotos anderer Fotografen zu finden. Zu meinen Fotos geht es mal wieder über das kleine Quadratische oben rechts.

Es war eine spannende Angelegenheit und ein warmer Tag. Wir fanden das Kraftwerk trotz hervorragender Recherche nicht gleich auf Anhieb. Nachdem mit der Fähre ein Fluss überquert wurde, parkten wir am Ortseingang eines kleinen Dorfes. ein kurzer Fußweg führte uns schließlich zu dem Eingang von dem aus wir das Gelände erkundeten.

Fest vor Augen war das Ziel die Turbine des Kraftwerks zu finden. Es dauerte nicht lange, da fanden wir zwei Fotografen aus den Niederlanden, die, wie wir auch, vor Ort waren um den Verfall zu dokumentieren. Kurz darauf betraten wir die riesige Turbinenhalle. Über ein Lichtgitterrost ging es hinab auf die richtige Ebene. Da standen wir nun.

Das Sonnenlicht schien durch die ca. 15m hohen Fenster in die Halle. Vor uns ein Abgrund der 10m tief in die untere Ebene führte. An allen Ecken, Stahlträgern und sogar bei den Maschinen holte sich die Natur Stück für Stück ihr Eigentum wieder zurück. Moos an den Wänden in 10m Höhe. Gras und junge Bäume und Sträucher an den Maschinen und Fenstern. Es war beeindruckend zu sehen wie es die Natur schafft bei so viel Stahl, Beton und Glas immer weiter in das Innere des Kraftwerks vorzudringen.

Ich hoffe, meine Fotos spiegeln meine Faszination der Situation wider und vermitteln euch genau das gleiche Gefühl, das wir hatten.