Landschaftsfotoarchitektur – Fotoblog

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Gepäck im Bernsteinzimmer – Schottland (Tag 10/10)

Nördlich von Perth wurde, nicht weniger als der Sagenhafte Scone Palace, der Kröningspalast, auserkoren unser letztes Fotomotiv zu sein. Er ist nur eine Autostunde vom Flughafen Edinburgh entfernt und trumpft mit einer unübertrefflichen Geschichte auf. Eine Geschichte, so unglaublicher und weltbewegender Ereignisse, die ich mir vor lauter Staunen nicht merken konnte. So erstaunlich war sie.

Hier wurde nicht nur der Krönungsstein aufbewahrt (in Schottland!), sondern auch King Arthur’s Schwert! Heute ranken sich viele Gerüchte um den Stein, auf dem nur der rechtmäßige König gekrönt werden kann. Es sind Gerüchte, denn der Stein wurde fort gebracht… Man spürt meine Begeisterung und die Bedeutung dieses Ortes sicher so intensiv, als würden tonnenschwere Gewichte an den Augenlidern ziehen. Richtig gespürt! Denn im Palast herrscht ein striktes Fotoverbot. Dafür sind unzählige Schautafeln und Flyer ausgestellt, die, wenn man nicht genug Interesse zeigt (weil man ja eigentlich noch einen Flug erwischen muss), von hochmotiviertem Personal fast schon emotional behütet und deren immense Bedeutung erläutert werden.

Aber das Gelände, Entschuldigung, das Anwesen des Palastes, sucht seines Gleichen! So ein Pech nur, dass Halloween vor der Tür steht und überall Kürbisse, Bettlaken und bunte Scheinwerfer aufgestellt sind, wie vor einem schlechten Spukhaus auf der Kirmes. Wohin man schaut, Zeug. Zeug, Absperrungen und Kabel. Die weitläufige Parkanlage bot zu dem Zeitpunkt hier und da etwas Abwechslung, doch kein entkommen. Selbst das berühmte Scone Palace Maze (ein Irrgarten, kein Labyrinth) war für die Vorbereitungen der Gruselnacht abgesperrt.

Warum wir uns von dem Palast so viel versprochen haben, verlinke ich [HIER]. Es ist die offizielle Galerie des Palastes. Nun aber schnell noch etwas essen, das Auto bis 15 Uhr beim Leihwagenservice abgeben und ab in den Flieger nach Amsterdam, umsteigen in den Flieger nach Hannover und schon sind wi – Wo sind die Koffer? … -_- … Danke KLM!

Die Verbindung Hannover – Edinburgh (über Amsterdam) ist ein Spießrutenlauf! Auf dem Weg _hin_ hatten wir 45 Minuten Umsteigezeit, zurück 35 Minuten. Es lässt sich im Nachhinein kaum ermessen, doch in dieser Zeit muss man von der Landebahn überhaupt erstmal in den Flughafen gelangen, ca. 3-4km Strecke mit seinem Handgepäck zurücklegen, hoffentlich in keine verdachtsunabhängige Kontrolle kommen und es rechtzeitig zum richtigen Terminal schaffen, um doch hoffentlich gerade so als Letzter einzuchecken. Ein ideales Fitnessprogramm für alle, die gerne Reisen und ein paar Kilos loswerden wollen (damit meine ich gerade nicht die Koffer).

Ist die Reise das alles wert? Die Reise das alles wert! Hier noch einmal alle Fotos an einem Ort

Mit auf der Reise war übrigens SL-Punkt (dessen Blog immer links in der Leiste zu finden ist). Ich bin schon gespannt, wann wir Schottland aus seinen Augen heraus bestaunen können. Sobald es soweit ist, werde ich auch hier darüber Informieren. Das darf sich niemand entgehen lassen!

Danke und bis bald. Ich würde mich freuen, wenn der Blog weiterempfohlen werden würde 🙂


Memento Alba – Schottland (Tag 2/10)

Aufgewacht. „Wo bin ich“? Ein Apartment in Edinburgh. Ein cooles und gut gelegenes Apartment. Nichts in den Schränken, keine Koffer. Ich gehe ins Bad. Eine Zahnbürste. Nicht meine, oder doch? Gestern Abend haben wir noch Zahnbürsten gekauft. Es knarzt auf dem Flur. „Moin! Wir haben Instant-Kaffee gefunden, er ist schon fertig.“ Warum habe ich noch immer dieselbe Unterhose am Körper wie gestern? Keine Koffer. Ich verlasse das Zimmer. „Und?“ „In einer halben Stunde können wir anrufen.“ „Wo?“ „John G., der Typ vom Airport. Er wird uns sagen können wo unsere Koffer sind.“ Ich glaube nicht daran.

Wir gehen Frühstücken. Der Kofferkurier weiß eh nicht wo unsere Bude ist, aber er kennt das Office. „Hier, zwei Frühstück für 10 Pfund.“ „Klingt gut.“ Der Laden sieht aus wie ein American Diner. „Good mornin‘, four times full breakfast? Any allergies or intolerances?“ Ich nicke. Die Kellnerin verschwindet, bringt mir ein Tablet und filtert alle Speisen raus, die Weizen einhalten. „Thanks.“ Das Frühstuck ist warm, herzhaft, eine große Portion. Gut. Wir gehen zum Office und fragen nach unseren Koffern. Noch immer nicht da. „Wann müssen wir auschecken?“ „In einer Stunde.“

Ein flüchtiger Blick aus dem Fenster. Ein Transporter hat angehalten, liefert Gemüse. Noch ein Transporter. „Da steht City-Irgendwas drauf! Geht mal einer runter, der könnte die Koffer haben.“ „Yes, I have a lot of baggage.“ Ein roter und ein blauer Koffer, das sind sie. „Sign here please.“ Wir haben unser Gepäck. Rauf, umziehen, runter, auschecken, in die Straßenbahn, den Leihwagen abholen.

„Nein, geben Sie uns den Wagen so wie wir ihn gebucht haben. Ohne extra Versicherung, ohne alle weiteren Extras!“ „Was heißt Kombi auf Englisch? Station-Wagon? Aha.“ „Mach‘ mal Fotos, der hat überall Macken und das Lenkrad ist auf der Beifahrerseite.“ Linksverkehr. Kein rechts-vor-links, kein links-vor-rechts und überall Schafe. „Warum sind hier überall nur Kreisverkehre?“ Kein Stau, kein stocken, alle halten sich an die Geschwindigkeitsbeschränkung, kein Drängeln. Angenehm.

Das erste Ziel heißt Devils Pulpit. Wo ist das denn nun? Die Schilder helfen nicht. Pulpit.. Pulpit.. Kanzel? Warum geht es da 30 Meter runter? Und wie sind die Leute da unten runter gekommen? Helme, Seile. Naja, das Wäldchen ist auch ganz schön. Ich mache ein Foto. Daran möchte ich mich erinnern.

Es sind noch ein paar Kilometer bis zum nächsten Ziel. „Falsch!, Meilen, Yards, Fuß, und Inches. Das muss sich der Teufel ausgedacht haben.“ Wir steigen in den Station-Wagon ein, schauen auf die Karte, Google-Maps. Die Straßen sind breit. „Rechts abbiegen, links fahren.“ Gut. Die Landschaft ist durchschnittlich. „Linke Spur! Links fahren!“ Die Landschaft lässt zu wünschen übrig. Es wird schon dunkel. Es ist gut für heute. Morgen stehen wir früh auf, vor dem Frühstück.


Eine Reise ohne Koffer – Schottland (Tag 1/10)

Koffer packen, einchecken, umsteigen, ankommen und schon ist der Urlaub vorbei. Aus Gründen der Transparenz soll erwähnt werden, dass es kein Koffer auf der Flugverbindung Hannover-Amsterdam-Edinburgh (KLM) schafft in das Flugzeug der zweiten Etappe verladen zu werden. Reisetipp 75: Wichtiges sollte auf Flugreisen im Handgepäck mitgenommen werden.

Ohne die schweren Koffer am Hacken hinderte uns nichts daran Edinburgh zu erkunden, Glück gehabt! Vom Flughafen ging es mit der Straßenbahn in die Innenstadt, anschließend ca 5 Minuten zu Fuß weiter zur Altstadt. Dass wir richtig waren, konnten wir hören. Nach immerhin 1 Stunde auf schottischem Boden hörten wir jetzt erst den ersten total authentischen und nicht touristischen Dudelsack. Edinburgh, das hat viel zu lange gedauert und muss besser werden!

Eingefangen von der Tourismusmaschinerie folgten wir einfach den Zeichen, die auf Qualität und wahre Sehens-Würdigkeit hinweisen: Chinesische Reisebusse!

Zu sehen gibt es in dieser Stadt allerhand. Gassen, Kirchtürme, Paläste, Straßenzüge, Aussichtspunkte und und und. Dennoch sollte nicht vergessen werden, in dieser Stadt leben und arbeiten Menschen. Daher ist nicht jede Straßenecke eine Empfehlung wert. Dennoch macht man nichts falsch auch ohne Ziel loszustiefeln oder mal nicht den direkten Weg zu gehen.

Am Abend hat uns ein hochgelegener Aussichtspunkt gelockt. Wir hofften von dort unsere verlorenen Koffer zu entdecken. Fehlanzeige, es war schon zu dämmerig. Ernüchtert wendeten wir uns dem fantastischen Sonnenuntergang zu, tranken danach ein Bierchen und ließen den Tag ausklingen.

Zum Album geht es hier entlang oder über eines der Fotos. Ich rate dazu bald wieder hier im Blog reinzuschauen, denn der nächste Beitrag ist nicht weit entfernt. Danke und bis bald.