Erst Licht, dann Strom, dann Emotion | Urbex & Sport Fotoblog by dsgk

Beiträge mit Schlagwort “HDRi

Asche zu Asche

Dies ist nun die letzte Location der OUT2013. Mit ihr endet mein Themenblogging, dass ich vor 74 Tagen begann. Es könnte kaum besser passen. Der letzte Ort den wir besuchten, war auch für viele andere Menschen der letzte Ort den sie besuchten. Hier verließen Viele ihre menschliche Hülle und hinterließen ihren Angehörigen nur noch Erinnerungen. Wir fanden uns am Ende unseres Weges in einem Krematorium wieder.

Ursprünglich wollten wir einen Zahnarztstuhl finden und fuhren dafür Stundenlang durch Deutschland. Als wir ankamen war er ganz einfach weg. Nicht weit entfernt davon sollte es ein Krematorium geben und da sich die Sonne langsam dem Horizont entgegen neigte durften wir nicht lange Überlegen. Wir fanden es, parkten und schnappten unsere Fotorucksäcke. Im Inneren war es dunkel, kalt,  gespenstisch, still. Wir fanden zuerst einen kleinen runden Raum in dessen Mitte ein Schlitten auf Schienen stand. Darüber befand sich eine Luke in der Decke.  In den Wänden eingemauert fanden wir die Verbrennungsöfen. Auf dem Boden davor gab es wieder diese Schienen. So konnte der Schlitten auf den einen oder anderen Ofen ausgerichtet und anschließend dort hin gefahren werden.

Links und rechts vom Eingang dieses Raumes gingen Gänge ab, die mit Treppen in die Kellerbereiche dieser Anlage führten. Wir fanden ebenfalls einen Weg hinauf. Oben war ein kleiner, jedoch hoher Saal, in dessen Mitte ein Sarg zu liegen schien. Bei näherer Betrachtung viel auf, dass es die Luke war,  unter deren Deckel es hinab in den kleinen, dunklen Raum ging. Eine hölzerne Treppe führte noch weiter hinauf auf eine Empore. Man schaute hinab auf die Luke und auf ein Kreuz des Christentums. Einst wurden in diesem Saal die Verstorbenen aufgebahrt und zeremoniell verabschiedet. Der Sarg wurde anschließend durch die Luke auf den Schlitten darunter herab gelassen und in einen der Öfen geschoben. Einige der Dielen, die heute unter einem Haufen Dreck begraben sind, knarzten mit jedem Schritt. Andere gaben nur ein dumpfes Geräusch von sich. Wie viele Tränen mussten diese Dielen wohl auffangen?

Zwischen 1910 und 1990 wurden hier über 100’000 Menschen wieder zu Staub und Asche. Dazu mussten im Laufe der Zeit die Kühlkammern vergrößert, eine Laderampe und Büroräume angebaut und die Abläufe genauer geplant werden.

Nach 90 Jahren Leben und 90 Minuten Einäscherung bleiben von einem Menschen noch immer sterbliche Überreste zurück. Knochen und Zähne verbrennen nicht, sie müssen zu feinem Staub gemahlen werden. Wir fanden auch noch eine dieser Knochenmühlen in den Kellerräumen dieser Feuerbestattungsstätte. Ich will mir nicht vorstellen müssen was für ein schauderhaftes Geräusch entsteht, wenn Knochen und Zähne in einer blechernen Mühle zerrieben werden.

Emotionen blieben jedoch beim Personal in den meisten Fällen auf der Strecke. Zu viele Namenlose und Menschen ohne Angehörige wurden hier eingeäschert, von kalten Herzen in die heißen Öfen geschoben. Wie geht es dir bei diesem Thema? Ich war erst einmal auf einer Trauerfeier, doch der Tod begegnet mir und dir täglich. Wir haben (aktuell) das Glück nicht in Kriegzeiten zu leben. Wir können uns die Zeit nehmen über den Tod nachzudenken anstatt ihn als alltäglich hinzunehmen. Oft habe ich mir Gedanken gemacht, mir viele Sichtweisen angehört und viele Glaubensrichtungen erklären lassen… Für mich habe ich dadurch folgendes herausgefunden:

Der Tod steht uns allen bevor. Ich selbst habe keine Angst irgendwann sterben zu müssen und sehe den Schnitter Tod nicht als Bestrafung an. Was mir Gedanken macht ist das was ich zurücklassen werde. Vielleicht der Gedanke nicht fertig geworden zu sein oder mich nicht verabschieden zu können. Große Träume und Ziele habe ich nicht. Ich bin auch nicht unersetzbar. Aber ich will, bis zu dem Zeitpunkt an dem es für mich soweit ist zu gehen, die Welt verbessert haben. Leben in einer Matrix-Welt, Wiedergeburt, Himmel, Hölle, Reinkarnation, Klonung, Cyber-Gehirne und -Körper. Ich gehe davon aus nur einmal zu leben und dieses eine Mal will ich nicht verschwenden. Wenn ich das Beste aus meinem Leben mache, für mich, für meine Mitmenschen, auch für den Planeten, dann habe ich keine Angst.

Zu den drei Bildern, die ich euch nun noch zeigen möchte, geht es hier entlang zur Galerie oder wie immer über das kleine quadratische Bild oben rechts in der Ecke. Danke, dass du die Zeit hattest hier vorbei zu schauen. Schauen wir mal was ich mit diesem thematischen Ende anfangen und von nun an bloggen werde.

Post Scriptum

Weitere Bilder dieses Krematoriums könnt ihr im Blog von SL-Punkt finden, der schon im April dazu bloggte: SL-Punkt – Krematorium. Schaut rein!

Eine vertonte Form des Volksliedes „Schnitter Tod“ interpretiert durch die Band ASP

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Elektronenfluss

Weiter geht es mit der OUT2013 und mit einer Location, die ich schon mit Sound of electricity angekündigt habe. Es ist ein stillgelegtes Kohlekraftwerk in Deutschland und mittlerweile schon das fünfte dieser Art, das wir besucht haben. Nachdem wir einen Eingang fanden, packten wird die Kameras aus und teilten uns auf ohne Zeit zu verschwenden. Schon von außen sah es riesig und sehr imposant aus. Das Erste was ich feststellen musste war, dass sich in diesem Kraftwerk wieder (nur) Rohre, Schaltschränke und Brennkammern befanden.

Also wurde vom Erdgeschoss auf eine höhere Ebene gewechselt. Angekommen auf der Ebene der Turbinen ebenfalls Ernüchterung, Turbinen, wie erwartet. Doch etwas war anders als in anderen Kraftwerken. Hier gab es insgesamt 14 Turbinen. Ein Dutzend davon brachte jeweils 210MW in das Stromnetz, die zwei restlichen jeweils 500MW. Diese Turbinen waren größtenteils noch an ihrem ursprünglichen Einsatzort. Ganz im Gegensatz zu dem stillgelegten Kohlekraftwerk Vockerrode etwa, in dem es in der Turbinenhalle nur noch große Löcher und viel ‚Nichts‘ gibt. Eine 600m lange Halle jedoch vollgestellt mit großen Anlagen, schmutzig, aber dennoch nicht heruntergekommen. Jede Location bietet dir doch immer wieder etwas neues. Ich würde diesen Ort so beschreiben: Gigantisch, unfassbar groß und wahnsinnig beeindruckend.

Es waren zahlreiche Turbinengehäuse geöffnet. Einige waren leer, in anderen wiederum lagen die Axialturbinen still und regungslos. Sie haben jahrelang ihren Dienst zuverlässig verrichtet und für uns Elektronen in Bewegung gesetzt. Wie der Reifen eines Fahrrads den klassischen Dynamo antreibt, so bewegten diese beeindruckenden Stücke des Maschinenbaus und der Strömungslehre riesige Generatoren. Dabei wurden zu Spitzenzeiten bis zu 50.000 Tonnen Braunkohle täglich verfeuert. Das Grundig Stadion in Nürnberg ist ein Fußballstadion, das 50.000 Zuschauer fassen kann. Wenn jeder Besucher eintausend Kilogramm Braunkohle mitbrächte, könnte man einen Tag lang Strom aus der Steckdose bekommen. Täglich mussten 50.000 Tonnen Kohle aus der Erde geschürft und gekratzt werden. Es ist unvorstellbar.

Nachdem die Turbinenhalle, die sich im Aufbau etwa alle 40m wiederholte, ausgekundschaftet war ging es noch höher hinauf. Gute 300 Stufen. Dort, 65m hoch über dem Boden, ist dann das letzte Bild dieser Galerie entstanden. Ich wünsche viel Spaß mit diesem Koloss der ehemaligen DDR.

Zur kompletten Galerie geht es wieder über das kleine quadratische Bild oben rechts in der Ecke oder über den Link etwas weiter vorn im Satz. Vielen Dank an dich, dass du die Zeit hattet hier vorbei zu schauen! Innerhalb einer Woche könnte es den nächsten Beitrag geben. Schau mal wieder vorbei.


Ist Brandenburg das bessere Nord-Korea?

Jetzt bekommt ihr die dritte Location der OUT2013 zu sehen. Eigentlich ist die Location ein riesiges Gelände. Wir hatten es jedoch nur auf zwei ganz bestimmte Räume abgesehen. Der Erste ist die Sporthalle einer alten Schule. Der zweite Ort ist ebenfalls eine Sporthalle, nur war diese nicht für Schüler, sondern für Soldaten gedacht. Schüler und Soldaten auf dem selben Gelände? Klingt ein bisschen nach eisernem Vorhang und dem heutigen Nord-Korea nicht wahr?

Bei dem ganzen Stress den der Landesführer Nord-Koreas Kim Jong-un gerade so anzettelt wird es bestimmt nicht mehr lange dauern bis Süd-Korea und die verbündeten USA die Nase voll haben und den vielleicht etwas überforderten Kim mal an die Hand nehmen. Kim, falls du das hier ließt, ich meine es nicht böse. Aber du wirkst auf die Welt gerade wie ein schlecht gelaunter Teenager, der am Boden zerstört ist, weil sein Papa tot ist (darf man ja auch sein) und weil er keine Freundin findet. Dazu landet der Zwillingsbruder Park Jae-sang noch einen internationalen Hit nach dem anderen und verdient sich eine goldene Nase. Und du Kim, hast nur den neuesten Wartburg und die alten Atomsprengköpfe von Papa. Ich verstehe ja, wer kann schon der Versuchung von Knallern und Böllern widerstehen? Öffne doch einfach die Grenzen und verhindere damit, dass David Hasselhoff es wieder wie bei der Berliner-Mauer machen muss. Dann habt ihr Internet, Smartphones und einen Haufen Apps dafür! Mehr braucht man doch heute nicht um glücklich zu sein… – Ich denke mal die meisten von euch werden sich gerade wundern warum ich Kim direkt angesprochen habe. Er kann deutsch, da er in der Schweiz studiert hat. Kim machts möglich, Kim Possible quasi.

Ich schweife zu schnell ab! Schüler und Soldaten, wo gibt’s denn sowas? Der Militär Flugplatz Sperenberg ist schon seit geraumer Zeit stillgelegt. Neben Start-/Landebahnen, einem Tower (an dem ich mir schon einmal aus versehen die linke Hand aufgeschnitten habe), einem Hangar, Panzer-Garagen und Bungalows für die Soldaten gab es auf dem Gelänge auch einen Theatersaal der schon vor 3 Jahren eingestürzt war, eine Schule und Wohnblöcke. Diese Location ist ein wahres Urbexparadies, wäre da nicht der Wachmann. Pff, ein Wachmann und ein großes Gelände. Der findet doch nie jemanden! Naja, zum einen lag dieses Jahr Schnee in dem man ganz toll Fußspuren hinterlässt. Dazu hatten wir eine Statistik von zwei Besuchen bei denen wir auch beide Male erwischt wurden.  Die Karten standen schlecht für uns. Also haben wir alle unsere Üblebens- und Survivaltricks ausgepackt (ja, mir ist klar das survival = Überleben bedeutet) die man so im TV und in den Pfadfinderausgaben der Micky Maus so bekommen konnte. Darunter waren so brillante Taktiken wie zick-zack laufen, in die Fußstapfen des Vordermannes treten und Gebäude rückwärts betreten, damit es so aussieht als wäre man schon wieder raus gegangen. Ach ja! Ganz viel Schleichen und lautes Flüstern durfte auch nicht fehlen.

Und was soll ich sagen, wir wurden nicht gefunden. Dafür aber haben wir unsere Highlights gefunden und sie (nur für euch) dokumentiert. Wegen dieses waghalsigen Schleich-Manövers konnten wir die vielen weiteren Sehenswürdigkeiten auf dem Gelände leider nicht ablichten. Dennoch hat es sich gelohnt!

Es sind dieses Mal weniger HDRi Bilder, dafür jedoch mehr Experimente. Zur kompletten Galerie geht es auch über das kleine quadratische Bild oben rechts in der Ecke oder (jetzt zum zweiten Mal) über den Link etwas weiter vorne im Satz. Danke, dass ihr wieder die Zeit hattet euch von der Familie loszueisen, vom Sofa aufzustehen, den Link hierher anzuklicken und letztendlich auch alles bis hierhin zu lesen. Bis nächste Woche Sonntag. Apropos! Das Wort „apropos“ kommt aus dem Französischen (à propos) und bedeutet so viel wie: „zu dem Vorgebrachten“.

Sonntag war das Stichwort. Am Sonntag (5. Mai) kommen Bilder vom Ostersonntag. Auch wenn man sonst nicht in die Kirche geht, Ostersonntag kann man das schon mal machen. Und das haben wir auch getan…


Zutritt nur für Männer, für richtige Männer!

Es geht weiter mit der zweiten Location der OUT2013. Ich bin selbst verblüfft wie zuverlässig ich in letzter Zeit bin, das muss am Studienstress liegen. Die Zweite Location kennt jeder von euch schon in- und auswendig. Auch war es nicht mein erster Besuch dieses Ortes, der Beelitz-Heilstätten. genauer gesagt des Badehauses der Abteilung Männer-Sanatorium. Zusätzlich gibt es auch noch 3 Fotos aus der Abteilung Frauen-Sanatorium, damit auch die Damen noch weiterlesen dürfen.

Zielstrebig gingen wir zu unserem Eingang. Schnell musste es gehen, da man ja nie weiß wie neugierig so manche Mitbürger sind. Drinnen angekommen offenbarte sich uns – nichts „Neues“. 2010 war ich zum ersten Mal im Badehaus und es sah dieses Jahr noch fast genauso aus wie drei Jahre zuvor. Das mag wohl zum einen an dem tatsächlich wachsamen Wachdienst liegen, zum Anderen vielleicht auch an  einem dreisten Abzocker-Verein der sich „Go2Know“ nennt. Stellt es euch vor wie „MyDays“ oder „Jochen Schweizer“ mit dem kleinen Unterschied, dass man hier geheime Orte entdecken kann. Durch regelmäßige Termine an denen Besuchergruppen, wie bei einem Rentnerausflug durch die alten Gebäude geschleust werden, bleibt für allgemeines „Pack“ nicht mehr so viel Zeit die Gebäude zu verschandeln.

Vielleicht hat es der Eine oder Andere ebend gemerkt. Das Adjektiv „geheim“ ist ein ganz Besonderes. Meinen Beitrag „Kommunistisch-Sozialistisch“ eröffnete ich mit dem Thema ‚warum Urbexer immer so geheimnisvoll tun‘. Ich nehme die Antwort mal vorweg: Wir versuchen die Orte und vor allem die Eingänge geheim zu halten, damit weder Geocacher, noch gelangweilte Teenager, Punks, Zecken, Hippies (heute „Hipster“) oder Hartzer diese Locations zerstören, mit Graffiti verschandeln, Scheiben einwerfen, Türen eintreten, Sachen klauen oder gar die Buden abfackeln. Oder aber sie sind so laut und auffällig, dass der Wachdienst alarmiert wird und häufiger kontrolliert. Alles schon dagewesen… Klar, auch gibt es unter Fotografen schwarze Schafe, die ihre Snickers-Verpackungen oder Zigarettenkippen liegen lassen, aber im Großen und Ganzen sind sie doch die angenehmsten Gäste.

Go2Know, was machen die vor Ort, was ist ihre Aufgabe? Sie drehen den Schlüssel zwei Mal um. Aufschließen, abschließen. Dazwischen liegen je nach Location 3-5 Stunden oder so. Kann ja nicht teuer sein oder? Die Gebäude sind verranzt und müssen nicht instand gehalten werden, es kommen keine Schadenersatzansprüche, da man vorher eine Verzichtserklärung unterschreibt (nachvollziehbar und bei „offiziellen“ Besuchen auch der Normalfall), ach ja, und es ist „offiziell“. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Warum? Weil der Spaß auch für den letzten und langweiligsten „geheimen Ort“ ab 40,-€ aufwärts kostet! Aufschließen, abschließen. Dann darf man doch aber bestimmt über ein ganzes Gelände? Nein, ein Gebäude ist eine Location. Wer eine Zweite besuchen will darf nochmal zur Brieftasche greifen. Davon mal abgesehen macht es keinen Spaß wenn man „offiziell“ unterwegs ist. Es ist wie cheaten im Computerspiel, wie Abgucken vom Nachbarn in einer Klausur, wie ein vorgekautes Steak, wie eine Reise mit Google-Maps anstatt sich ins Auto zu setzen, wie Facebook-Chats anstatt sich mit seinen Freunden und Freundinnen zu treffen, wie häkeln, wie Sudoku, wie Geld im App-Store ausgeben, wie Einkaufen zu gehen und an der Kasse nicht bezahlen zu müssen – oh stimmt, man bezahlt ja doch. 40,-€ und mehr, viel mehr!

Okay, es gibt einige Zielgruppen für die solche Angebote die einzige Möglichkeit darstellen sich an solchen Orten überhaupt bewegen zu können ohne durch eine mögliche „Anzeige wegen Haus- und Landfriedensbruch“ in Existenznot zu geraten (Beamte etwa, auch da soll es welche geben die in ihrer Freizeit ein kreatives Hobby haben). Aber ganz ehrlich, wenn jetzt jeder ‚Idiot‘ so coole und meistens geschichtsträchtige Orte besuchen kann, wenn nur sein Geldbeutel dick genug ist, dann macht mir das ganze keinen Spaß mehr! Zumal dem Ganzen so ein „PayToWin„-Aroma anhaftet. Entweder man hat den Schneid ein Risiko einzugehen und sich vielleicht erwischen zu lassen, oder man lässt es. Versteht mich bitte nicht falsch. In der Regel tun wir alles dafür, uns offiziell an einem Ort bewegen zu können! Bilder von verlassenen Orten wirken doch aber nur so geheimnisvoll, verführerisch und mysteriös, weil es wenige Bilder sind die man zu sehen bekommt. Weil es nur wenige Fotografen gibt die diese Bilder machen (können). Go2Know baut das Urbexen zum Tourismus aus und schon bald werden wir von Fotos wie meinen überschwemmt. Sie alle (und auch meine) werden langweilig, weil die Romantik verloren geht. Danke! Ich warte schon sehnsüchtig auf den Moment, an dem mir meine Mutter erzählt: „Du hast doch in Beelitz so ein Foto von diesem großen Baderaum gemacht? Da hat einer aus unserer Gruppe mit Edding ‚Ich war hier YOLO!‘ geschrieben.“ Und das ist der Moment an dem ich das Urbexen aufgeben werde!

Was habe ich nun davon meine Meinung geäußert zu haben? Einen saulangen Blogeintrag und dabei noch nicht mal erzählt, wie wir es wieder aus dem Badehaus hinaus geschafft haben. Auch die Geschichte von unserem köstlichen Sieger-Schnitzel habe ich nicht erzählt. Hach… Da habt ihr wohl Pech, denn das sind interessanten Vorkommnisse in Beelitz gewesen. Aber keine Sorge, in den kommenden Beiträgen werde ich noch ein paar spannende Dinge erzählen.

Ach verdammt, mir fällt noch etwas wichtiges ein! Ja, ich fasse mich kurz! Und zwar: Es sind diesmal ein paar HDRi Bilder mehr als „sonst“. Ich habe versucht sie psycho-visuell zu gestalten. Wie bitte, WAS? Keine Angst, sie sollen für das Auge nur besonders … besonders … besonders besonders aussehen. Ich bin gespannt ob ihr was merkt! Naja, eigentlich sollte ich euch nicht vorwarnen… Hm, egal! Immerhin schaut ihr euch die Bilder dann mal richtig an 😀

Viel Spaß bei der Sichtung! Zur kompletten Galerie geht es wieder über das kleine quadratische Bild oben rechts in der Ecke oder (NEU!) über den Link etwas weiter vorne im Satz. Vielen Dank an euch, dass ihr die Zeit hattet hier vorbei zu schauen! Bis nächste Woche… Bestimmt… Sonntag?.


Kommunistisch-Sozialistisch: Fotos sind für alle da!

Wie versprochen und angekündigt möchte ich euch die erste Location der OUT2013 vorstellen. Ich verrate euch jedoch nicht mehr als nötig. Vielleicht werde ich mal einen eigenen Beitrag verfassen warum Urbexer immer so schweigsam sind und so geheimnisvoll tun. Hm, zurück zum Thema.

Am Karfreitag machten sich fünf Fotografen in zwei Autos auf den Weg. Gegenseitig checkten sie ihre Position via WhatsApp-Kommunikation und Google-Latitude bis sie in Reichweite ihrer Funkgeräte waren. In Kolonne fuhren sie nach Wünsdorf um dort ein altes Soviet HQ zu fotografieren. Im zweiten Weltkrieg wurden von dort schätzungsweise 70% aller „großen“ Kriegsbefehle zu den Truppen gefunkt. Nachdem der eiserne Vorhang viel, machten es sich die Sowjets (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken – UdSSR || russisch: Союз Советских Социалистических Республик – СССР ) in dem Militärkomplex bis zur Öffnung der Berliner-Mauer bequem.

Als die Fotografen an der Location ankamen wurden noch kurz ein paar Instruktionen über die interessantesten Orte gegeben und schon teilten sich die fünf in zwei bis vier Gruppen auf und stromerten über das Gelände. Es war merkwürdig für mich. Wir bewegten uns auf dem Gelände so, als würden wir wissen, dass die Überwachungskameras abgeschaltet waren. Wir bewegten uns so frei, als hätte es keine Schilder gegeben auf denen geschrieben stand „Betreten verboten! Blablabala…“, aber die gab es natürlich. Was uns in diese Lage gebracht hat behalte ich lieber noch für mich. Lass eurer Fantasie ruhig freien Lauf. Vielleicht war es die russische Mafia, wer weiß?

Es war Karfreitag, was beutet, dass die Temperatur bei etwa 0°C lag. Dank Erfindungen wie langer Unterhosen, zwei paar Socken anziehen und Penner-Handschuhen musste zum Glück keiner erfrieren. Penner-Handschuhe sind übrigens die mit den abgeschnittenen Fingerkuppen. Ich finde, sie sind noch immer ein guter Kompromiss aus warmen Händen und Fingerkontrolle, besonders wenn man auf den Preis schaut. Wäre es kälter oder windiger gewesen, wären mir jedoch bestimmt die Finger abgefallen. Die Fotos, die in dieser Wohlfühlatmosphäre entstanden sind, möchte ich euch nun nicht länger vorenthalten.

Viel Spaß bei der Sichtung! Zur kompletten Galerie geht es wieder über das kleine quadratische Bild oben rechts in der Ecke. Vielen Dank an euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt hier vorbei zu schauen! Bis nächste Woche?!… Vielleicht.


Stadt aus Eisen

Das erste Ziel war Cottbus, das Zweite waren die Tagebaue von Cottbus. Nun bekommt ihr das dritte Ziel zu sehen: Ferropolis – Die Stadt aus Eisen.

Einige kennen Ferropolis vom Melt! -, ein anderes Publikum vom Brass On – Festival. Abseits dieser Veranstaltungen ist Ferropolis ein Museum der anderen Art auf einer Halbinsel im Gremminer See bei Gräfenhainichen. Fünf alte Stahlriesen aus ehemaligen ostdeutschen Tagebauen finden hier ihren letzten Einsatz. Einige Kohlebagger und Abraumbrücken sind zur Besichtigung begehbar. Eine Maschine nimmt jedoch einen ganz besonderen Platz ein. Dem jüngsten Koloss kann man beim Sterben zusehen.

Zu viel möchte ich nicht vorweg nehmen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, wenn man schon mal in der Nähe ist. Zu viel kann ich aber auch nicht mehr dazu sagen, da der Besuch schon fast sechs Monate her ist. Danke für eure Geduld und bis zum nächsten Mal. Vielen Dank.

Vielen Dank an BSK Spezialkabel und Komponenten, wodurch mir dieser Ausflug ermöglicht wurde.


Braunkohletagebau

Es ist wie ein Teufelskreis. Dinge drehen sich nur durch die Zufuhr von Energie und schon dreht sich alles nur noch um die Energie. Seien wissenschaftliche- oder politische Ziele.

Letztlich geht es immer nur um elektrische Energie. Strom. Das Zeug, das aus der Steckdose kommt und eine der größten Fortschritte der Menschheitsgeschichte seit der Bändigung von Feuer darstellt. Feuer kann die Menschheit nun seit einigen hunderttausend Jahren gezielt entfachen. Strom nutzen wir erst seit etwa 150 Jahren.

Und woher kommt der Strom? Mittlerweile wissen alle über ‚Ökostrom‘ Bescheid. Alle wissen, Strom aus Kernfissionsreaktoren (Kernspaltung) ist gefährlich, Strom durch Kernfusion ist (noch) Utopie und dann hört das WISSEN oft schon auf. Was nicht in dem Medien ist scheint nicht wichtig zu sein. Fakt ist jedoch, dass, auch wenn die Energiewende erfolgreich ist, ca. 50% unserer elektrischen Energie weiterhin aus Kohlekraftwerken kommen.

Kohle, ein fester fossiler Brennstoff. Er ist alt. Aus der Dinosaurier-Zeit von vor 65 bis 2 Millionen Jahren kommt die Braunkohle von heute, die in den Tagebauen Cottbus-Nord und Jänschwalde abgebaut wird. Steinkohle ist sogar fünfmal älter! Fossil bedeutet auch so etwas wie „Limitierte Auflage“ oder „Begrenzte Stückzahl“. Im Einzelhandel ist so ein Etikett fantastisch um den Verkauf anzukurbeln. Blöd nur, dass wir unsere Kohlevorräte ebenso gierig abbauen als wäre sie ein super Angebot. Hin und wieder finden sich ein paar Leute zusammen und demonstrieren gegen den Abbau unseres wertvollen Energieträgers, den wir uns unter unseren Füßen weg schürfen, als säßen wir auf dem Ast, den wir gerade absägen wollen um ein Feuerchen zu machen.

Genug jetzt vom Moralapostel! Wenn man vom Tagebau hört denkt man an die Zerstörung von Flora und Fauna unter dem Schutzschirm der ‚Rekultivierung‘. Das verblüffende ist, die Rekultivierung scheint offenbar zu funktionieren, auch wenn sie viel Zeit benötigt. Nachdem der braune Brennstoff aus der Erde gekratzt  wurde, kommt wieder Erde bzw. Sand auf die Wunde des Planeten und wird bepflanzt. Zurück bleiben riesige ebene Flächen, fast Heideähnlich,  auf denen der Wind kaum widerstand bekommt. Der ideale Platz für Windkraftanlagen auf dem Festland also!

Ich will das Thema nicht schön reden, keine Sorge. Aber seid euch bewusst, dass etwa die Hälfte dieses Blogs (wahrscheinlich sogar mehr) durch fossile Brennstoffe ermöglicht wurde und damit habt ihr auch diesen Zeitvertreib zu mehr als 50% diesen Brennstoffen zu verdanken. Es muss nicht immer so bleiben! Bleibt sauber…

Zur Galerie geht es wieder oben rechts. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt! -> Teil 3 des Wochenendes gibt es in naher Zukunft, stay tuned!

Vielen Dank an BSK Spezialkabel und Komponenten, wodurch mir dieser Ausflug ermöglicht wurde.