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Eine Reise griechischer Ereignisse – Helios darf nicht auf den Olymp, darum fährt er nach Hause (Tag 4/3)

Es mag doof klingen, doch wer die ganzen Gebäude in ihrem (mutmaßlichen) Originalzustand sehen möchte, sollte mal das Computerspiel ‚Assassin‘s Creed Odyssey‘ begutachten. In einer schicken, nicht gänzlich realistischen Grafik, spielt man einen Nachkommen von Leonidas, König von Spartaaaaaa! und erkundet Griechenland. Da Athen auch schon vor 2500 Jahren ein nicht unwichtiger Ort war, hat es dieser und seine Historischen Gebäude auf in das Spiel geschafft. Der Einfachheit halber verlinke ich hier mal ein Video, das original und rekonstruierte Orte gegenüberstellt. [Youtube]

Und wenn das hier schon so nach Werbung klingt, möchte ich allen Mythologieinteressierten nach die Dokureihe ‚Die großen Mythen: Staffel 1‘ auf AmazonPrime empfehlen, die eher ein Hörbuch mit Visualisierung ist. [AmazonPrimeVideo]

So ist es mitunter sehr verwunderlich, verstörend oder eben auch belustigend was die Götter so anstellen. Und so erinnern wir uns noch heute daran, wie Athene durch einen Hammerschlag des Hephaistos aus dem Kopf des Zeus ‚geboren‘ wurde, als erwachsene Frau in voller Kriegsmontur. Oder wie Hermes aus einer Schildkröte und den Gedärmen einer Kuh die erste Lyra gebaut hat. Oder wie Dionysos den König von Theben, Pentheus, von seiner eignen Mutter ermorden ließ (die, um Sie in Schutz zu nehmen, durch einen Zauber geblendet war und ihren Sohn nicht erkannte).

So endet die Reise griechischer Ereignisse ganz ohne Sirtaki, ohne die Geschichte von Kölsch-Stangen voll Ouzo, ohne unzählige Mücken, Ohne Plastiktüten zu denen es freundlicherweise noch eine Plastiktüte dazu gibt und ohne die Geschichte vom einem ARTE Kamerateam, dass die Griechisch-Deutsche Freundschaft aufarbeitet, wollte, dass wir durch das Kamerabild laufen und die Reportage irgendwann im Februar 2019 sendet. Es ist geschafft. Hier geht es zum gesamten Album. Auf Bald. [Gesamtes Album]


Eine Reise griechischer Ereignisse – Helios dritte Fahrt (Tag 3/3)

Gestern waren wir auf der imposanten Akropolis, auf der Agora, beim Parlament. So viel Wichtigkeit verlangte nach einem Ausgleich. So ging es an das Mittelmeer. Nur wie kommt man dort hin? Taxi? Sicherlich zu teuer und man sieht zu wenig. U-Bahn? Man sieht auch wenig, aber es sollte günstiger sein. Laufen? Nein, bei 10km (pro Stecke) dauert das zu lange. Bus? Hä, was sind Bus und was sind Straßenbahnlinien? Dank der Hilfe von zwei älteren Herren fanden wir unseren Weg und waren, schwups, nach 45 Minuten am Mittelmeer.

Und wo nun? Am bekannten Piräus Hafen? Aber nein, da gibt es nichts zu sehen. Wir waren in der Gegend um Palaio Faliro. Dort gibt es Abschnitte mit Sandstrand, jedoch weit mehr Kiesstrände, kleine Gartenanlagen, Angler, Kriegsdenkmäler, Spielplätze und und und. UND die 37. teuerste Yacht der Welt. Sie gehört einem Scheich, ist 150m lang, hat einen Helikopterlandeplatz samt Helikopter und ein Wachschutz hat uns verboten Fotos zu schießen. Wir wollten die faulen Wachmänner nicht herausfordern, da sei immerhin Zugriff auf einen Heli haben. Da hilft auch weglaufen nicht 😀 Also gingen wir unverrichteter Dinge und genossen – nein, wir genossen nicht die Natur. Im ganzen Bereich des Yachthafens roch es.

Eine bestimmte Erwartungshaltung hatte ich vor der Reise nicht, was das folgende Thema angeht, Die Stadt ist grün, ziemlich grün. Wo auch immer ein kleines Fleckchen Erde freiliegt, wächst ein Baum oder wenigstens ein Strauch. Ich war positiv überrascht und auch angewidert! Hier und da stehen in der ganzen Stadt verteilt Bäume, deren Blüten (es tut mir leid, aber es ist die passendste Formulierung) nach Wichse stinken. Vielleicht riechen sie auch anders, doch sobald sich diese Assoziation einmal festgesetzt hat, hält man permanent Ausschau nach Perversen oder Pärchen, die es sich in den Büschen gemütlich machen. Diese Zeilen spiegeln selbstverständlich nur meine persönliche Meinung wider. Es soll ja Leute geben, die andere Gerüche bevorzugen als ich es tue.

Vielleicht ist man in Griechenland auch einfach liberaler beim Thema Sex in der Öffentlichkeit? Oder liebe zur Natur wird anders Verstanden und ausgelebt? Dieser Umstand war vor Ort und rückblickend betrachtet die einzige Trübung der Reise. [Album]


Eine Reise griechischer Ereignisse – Helios zweite Fahrt (Tag 2/3)

Die Akropolis ist nicht einzigartig, denn der Name beschreibt eigentlich nur die ‚Oberstadt‘, die heute freilich nicht mehr bewohnt ist. Anstelle von Wohnhäusern warten dort der Tempel der Sportgöttin Nike (Ihr Gemal Adidas bekam leider keinen), der Multi-Tempel Erechtheion für insgesamt 13 Helden und Gottheiten, das Parthenon und das alte Akropolis-Moyseion (Museum) bestaunt zu werden. Vorsicht sei geboten, denn der natürliche Marmor ist spiegelglatt. Beim Aufstieg sei es abermals empfohlen Getränke bei sich zu haben.

Außerhalb der Saison waren in der Stadt, in der einst die Demokratie von Perikles erfunden wurde, Touristen zwar noch Zahlreich vertreten, doch die Hotspots dabei nicht überlaufen. Erneut zeigte sich die Stadt von einer sehr angenehmen Seite. Apropos Hotspots. Hier Reisetipp A-38: Es gibt für nahezu alle Freilicht-Museen, damit meine ich die ganzen Tempelanlagen, ein Kombiticket für 30€, das euch die jeweiligen Eintrittspreise von bis zu 20€ gut rabattiert und zusätzlich 5 Tage Gültigkeit hat. Nicht enthalten ist überraschender Weise das Panathinaiko-Stadion, das jedoch auch etwas ab vom Schuss liegt. Wie auch immer, hier der eigentliche Tipp: Was man wissen sollte, auch wenn es auf dem Kombiticket geschrieben steht:: Der Einlass gilt nur EIN EINZIGES MAL je Drehkreuz! Das sollte man wissen bevor man seine Touren plant oder wenn man vor hat etwas bei Sonnenauf- und untergang zu besuchen…

Nördlich der Akropolis findet man die berühmte Agora. Dieser Ort war mehr als nur der alte Handels- und Marktplatz, vom dem nur noch Ruinen, Grundmauern, die Stoa (eine Art Markthalle) und der Tempel des Hephaistos zu erkennen sind. Hier wurden neben dem Handel auch Volksabstimmungen abgehalten und Politik gelebt wenngleich die Politik auf der Pnyx einen weit höheren Stellenwert einnahm. Auch heute noch möchte man meinen, dass die Historie der Agora im näheren Umfeld spürbar ist. So waren wir unweit auf dem belebten Monastiraki Square (auf dem man gut auf seine Wertsachen achten sollte. Mehr als sonst!), um einige griechische Spezialitäten zu Verspeisen.

Plötzlich liefen an unserem Tisch (draußen) ein Dutzend Polizisten in Kampfausrüstung mit Helm und Schild auf den Platz. Minuten lang passierte nichts, dann wurde es laut und ein roter Lichtschein waberte aus einer Gasse heraus. Demonstranten, Bengalische Feuer, Unruhe in der Menge auf dem Square. Dann ist nichts passiert. Oder vielleicht doch? Menschen gerieten in Panik. Einige rannten weg von dem Platz, wieder an unserem Tisch vorbei. Ein Blick in die Augen der Kellner verreit uns, wir haben nichts zu befürchten. Und Tatsächlich, es passierte nichts, außer, dass die Polizei nach weiteren 10 Minuten abzog. Zwischenzeitlich kam auch einer der Köche unseres Restaurants hinaus. Er erzählte uns, dass es sich um Studenten handelte, die schon am Tag zuvor am Parlament mit Molotowcocktails geworfen hätten. Offenbar traten sie für eine wichtige Sache ein. Welche? Das konnten wir auch am Folgetag nicht herausfinden. Aber das Essen war übrigens ganz ausgezeichnet! [Album]


Eine Reise griechischer Ereignisse – Helios erste Fahrt (Tag 1/3)

Athen, in Attika, in Griechenland, in Europa, auf Gaja, ist eine große Stadt. Alle Bezirke Athens einbezogen kommt die Hauptstadt aktuell auf 3,8 Millionen Einwohner und ist damit etwa so groß wie unser Stadtstaat Berlin. Touristenfreundlicher ist Athen jedoch, weil ca. 90% der typischen Sehenswürdigkeiten im direkten Zentrum der Stadt liegen. Fußwege von Einer zur Nächsten dauern selten länger als 10 oder 15 Minuten.

Klimatisch gab sich der späte Oktober angenehm bis frisch zwischen 23°C bei heiterem Sonnenschein bis 16°C in der Nacht. Perfekte Bedingungen um hier und da an einem der unzähligen Kioske ein kühles Biera zu kaufen und damit auf der Suche nach Fotomotiven durch die Straßen zu schlendern. Öffentlicher Alkoholkonsum ist hier ausdrücklich gestattet, vor allem, wenn es sich um Wein handelt! Bier ist aber auch okay. Es ist jedoch nicht so, als würde diese Freiheit von Einheimischen oder Touristen ausgiebig gelebt werden.

Höhepunkte gab es hingegen gleich mehrere. Als Erhebungen seien da die 150m Meter hohe Akropolis und der 300m hohe Berg Lykavittos zu nennen. Letzterer gebietet durch seine Höhe einen grandiosen Ausblick. Sollte man nicht per Gondel auf den Berg fahren, empfiehlt es sich Getränke einzupacken. Man kann sich leider nicht darauf verlassen am Wegesrand beim Aufstieg eine nette, alte Griechin anzutreffen, die einem entweder warmes oder gefrorenes Bier verkauft. Sowas soll aber schon vorgekommen sein. Der Fußweg lohnt sich, denn man trifft Unterwegs auf Soldaten, Schildkröten, Katzen und allerlei Details, die man bei der Gondelfahrt verpassen würde. [Album]


Eine Reise griechischer Ereignisse – Helios kommt gut an (Tag 0/3)

So eine Flugreise ist zwar nicht gerade Klimaneutral, aber aktuell der schnellste Weg. Ach, wie sehr wünsch ich mir die Teleportationstechnik herbei oder wenigstens die Hyperloops. Am Flughafen angekommen, empfing uns ein sehr freundlicher, wenn auch verschwiegener Taxifahrer. Laut dem Schild, das er in der Hand hielt, hieß er zufällig genau so wie unser Hotel in Athen. Komisch. So ein griechisches Taxi ist beinahe genauso schnell wie ein Flugzeug. Hätten wir das gewusst, wären wir auch mit dem Taxi ab Deutschland gefahren und hätten das Klima geschont. Im Hotel eingecheckt, Koffer auf die Betten geworfen, runter und ab in die Stadt.

Restaurants und Bars waren lebhaft gefüllt, Straßen für Hauptstadterwartungen ziemlich eng und Fußwege manchmal nicht vorhanden. An jeder Ecke oder alle 50m entlang einer Straße stand ein kleiner Kiosk, einer so identisch wie der Nächste und das war gut! Denn der Erste hatte kühles Bier. Damit spaziert es sich gleich viel freudiger.

Was sagte der Taxifahrer, das Parlament ist gleich in der Nähe und davor ist ein großer Platz mit beleuchtetem Brunnen (es war ca. 22:00 Uhr bei 20°C)? Das sollte unser erstes Ziel sein. Nachdem das erledigt war und uns die Mägen in den Kniekehlen hingen, musste SCHNELL etwas zu essen her, egal was! ‚Da hinten ist der Colonel.‘ … Gut, warum nicht. Unser erstes griechisches Essen war ein KFC Familieneimer mit Cole Slaw und kalten, wabbeligen Pommes. Zurück im Hotel, bekamen wir den Tipp, dass die Hotelbar noch geöffnet sei. ‚Gute Idee!‘. Diese bot einen einzigartigen Blick auf die beleuchtete Akropolis. Wunderschön!

Die eigentlichen Fotos dieses Abends gibt es nur bei Instagram. Ihr wisst schon, das kleine 2×2 Mosaik oben, links, direkt neben der Überschrift dieses Beitrags. Stöbern erlaubt 👍 Am Sonntagabend, den 09.12. kommt dann endlich das erste Album, also bleibt dran 💪


Eine Reise griechischer Ereignisse – Am Anfang war nichts

Einst war Gaja, die Mutter Erde. Sie gebar Titanen, Kyklopen, Giganten und so Typen mit einhundert Armen. Der Titan Chronos ist der Vater der meisten bekannten griechischen Götter. Zeus, der Herrscher des Olymps und letztes Kind von Chronos, tötete seinen eigenen Vater, um ein gerechterer Herrscher über die Welt zu werden, als es sein Tyrann von Vater war. Doch die Welt war leer. So beauftragte Zeus seinen Bruder Hephaistos, Schmied der Götter, damit, ihm etwas zur Unterhaltung zu schmieden. Hephaistos überlegte lange. Dann kam ihm die Idee etwas wie die Tiere zu erschaffen, nur nach dem Abbild der Götter selbst, aufrecht auf zwei Beinen stehend und weniger behaart als die Tiere, die Griechen.

Die Griechen sind mit unter schon ein unterhaltsames Völkchen. Einige sind sportliche Autofahrer, andere Schimpfen in der Nacht über das, was ihnen vor die Augen kommt. Bei Letzterem darf der Anteil des Wortes ‚Malakka‘ nicht weniger als 50% aller ausgesprochenen Worte ausmachen. Und viele Griechen, hier im Besonderen Athener, sind SEHR Freundlich, hilfsbereit, wie auch der englischen Sprache mächtig.

Junge Griechen sind im Übrigen stolz wie Bolle, sollten sie bei der Militärparade am ‚Sage nein‘-Tag mitlaufen dürfen. Dieser Tag wird gefeiert, weil sich Griechenland einst Mussolinis Forderung widersetzte Bereiche des Landes als strategische Stützpunkte zu nutzen. Als Reaktion auf dieses ‚Nein!‘ konnte Mussolini zwar nichts ausrichten, aber die Deutschen griffen den Italienern unter die Arme und schon war Griechenland am 2. Weltkrieg beteiligt.

Früher haben die Menschen die Götter belustigt, heute belustigen uns Menschen die Götter. Darum flogen wir Ende Oktober für drei Tage nicht zum Olymp, sondern nach Athen, um uns zu belustigen, Fotos zu schießen, Bier, Wein und Ouzo zu trinken und gut zu essen. Weil man auch nicht alle Tage nach Athen reist, haben wir keine Zeit vergeudet, wodurch viele Fotos entstanden. Daher komme ich nicht drum herum diese Reise in mehrere Beiträge aufzuteilen. Euch erwarten Tipps, Lebensweisheiten, Geheimnisse und Phantastisches. Die Fotos sind schon fertig und vorzeigbar. Daher wird die Reise auch Schlag auf Schlag abgearbeitet, lange Pausen wird es nicht geben!