Erst Licht, dann Strom, dann Emotion | Urbex & Sport Fotoblog by dsgk

Beiträge mit Schlagwort “Asche

Asche zu Asche

Dies ist nun die letzte Location der OUT2013. Mit ihr endet mein Themenblogging, dass ich vor 74 Tagen begann. Es könnte kaum besser passen. Der letzte Ort den wir besuchten, war auch für viele andere Menschen der letzte Ort den sie besuchten. Hier verließen Viele ihre menschliche Hülle und hinterließen ihren Angehörigen nur noch Erinnerungen. Wir fanden uns am Ende unseres Weges in einem Krematorium wieder.

Ursprünglich wollten wir einen Zahnarztstuhl finden und fuhren dafür Stundenlang durch Deutschland. Als wir ankamen war er ganz einfach weg. Nicht weit entfernt davon sollte es ein Krematorium geben und da sich die Sonne langsam dem Horizont entgegen neigte durften wir nicht lange Überlegen. Wir fanden es, parkten und schnappten unsere Fotorucksäcke. Im Inneren war es dunkel, kalt,  gespenstisch, still. Wir fanden zuerst einen kleinen runden Raum in dessen Mitte ein Schlitten auf Schienen stand. Darüber befand sich eine Luke in der Decke.  In den Wänden eingemauert fanden wir die Verbrennungsöfen. Auf dem Boden davor gab es wieder diese Schienen. So konnte der Schlitten auf den einen oder anderen Ofen ausgerichtet und anschließend dort hin gefahren werden.

Links und rechts vom Eingang dieses Raumes gingen Gänge ab, die mit Treppen in die Kellerbereiche dieser Anlage führten. Wir fanden ebenfalls einen Weg hinauf. Oben war ein kleiner, jedoch hoher Saal, in dessen Mitte ein Sarg zu liegen schien. Bei näherer Betrachtung viel auf, dass es die Luke war,  unter deren Deckel es hinab in den kleinen, dunklen Raum ging. Eine hölzerne Treppe führte noch weiter hinauf auf eine Empore. Man schaute hinab auf die Luke und auf ein Kreuz des Christentums. Einst wurden in diesem Saal die Verstorbenen aufgebahrt und zeremoniell verabschiedet. Der Sarg wurde anschließend durch die Luke auf den Schlitten darunter herab gelassen und in einen der Öfen geschoben. Einige der Dielen, die heute unter einem Haufen Dreck begraben sind, knarzten mit jedem Schritt. Andere gaben nur ein dumpfes Geräusch von sich. Wie viele Tränen mussten diese Dielen wohl auffangen?

Zwischen 1910 und 1990 wurden hier über 100’000 Menschen wieder zu Staub und Asche. Dazu mussten im Laufe der Zeit die Kühlkammern vergrößert, eine Laderampe und Büroräume angebaut und die Abläufe genauer geplant werden.

Nach 90 Jahren Leben und 90 Minuten Einäscherung bleiben von einem Menschen noch immer sterbliche Überreste zurück. Knochen und Zähne verbrennen nicht, sie müssen zu feinem Staub gemahlen werden. Wir fanden auch noch eine dieser Knochenmühlen in den Kellerräumen dieser Feuerbestattungsstätte. Ich will mir nicht vorstellen müssen was für ein schauderhaftes Geräusch entsteht, wenn Knochen und Zähne in einer blechernen Mühle zerrieben werden.

Emotionen blieben jedoch beim Personal in den meisten Fällen auf der Strecke. Zu viele Namenlose und Menschen ohne Angehörige wurden hier eingeäschert, von kalten Herzen in die heißen Öfen geschoben. Wie geht es dir bei diesem Thema? Ich war erst einmal auf einer Trauerfeier, doch der Tod begegnet mir und dir täglich. Wir haben (aktuell) das Glück nicht in Kriegzeiten zu leben. Wir können uns die Zeit nehmen über den Tod nachzudenken anstatt ihn als alltäglich hinzunehmen. Oft habe ich mir Gedanken gemacht, mir viele Sichtweisen angehört und viele Glaubensrichtungen erklären lassen… Für mich habe ich dadurch folgendes herausgefunden:

Der Tod steht uns allen bevor. Ich selbst habe keine Angst irgendwann sterben zu müssen und sehe den Schnitter Tod nicht als Bestrafung an. Was mir Gedanken macht ist das was ich zurücklassen werde. Vielleicht der Gedanke nicht fertig geworden zu sein oder mich nicht verabschieden zu können. Große Träume und Ziele habe ich nicht. Ich bin auch nicht unersetzbar. Aber ich will, bis zu dem Zeitpunkt an dem es für mich soweit ist zu gehen, die Welt verbessert haben. Leben in einer Matrix-Welt, Wiedergeburt, Himmel, Hölle, Reinkarnation, Klonung, Cyber-Gehirne und -Körper. Ich gehe davon aus nur einmal zu leben und dieses eine Mal will ich nicht verschwenden. Wenn ich das Beste aus meinem Leben mache, für mich, für meine Mitmenschen, auch für den Planeten, dann habe ich keine Angst.

Zu den drei Bildern, die ich euch nun noch zeigen möchte, geht es hier entlang zur Galerie oder wie immer über das kleine quadratische Bild oben rechts in der Ecke. Danke, dass du die Zeit hattest hier vorbei zu schauen. Schauen wir mal was ich mit diesem thematischen Ende anfangen und von nun an bloggen werde.

Post Scriptum

Weitere Bilder dieses Krematoriums könnt ihr im Blog von SL-Punkt finden, der schon im April dazu bloggte: SL-Punkt – Krematorium. Schaut rein!

Eine vertonte Form des Volksliedes „Schnitter Tod“ interpretiert durch die Band ASP


OUT2013 Inhaltsverzeichnis

Nicht alle von euch- Ich meine: Nur die wenigsten von euch gehören zu der kleinen Schnittmenge der Personen, die

1. wissen, wie ich bei Instagram heiße,

2. an den Osterfeiertagen nichts besseres zu tun haben als ständig bei Instagram nach neuen Fotos zu schauen oder

3. hellseherische Fähigkeiten besitzen und jetzt schon wissen was da unten gleich kommt.

Daher mache ich mir keine große Arbeit und halte euch nachträglich auf dem Laufenden. Hier kommt die Instagram-Timeline der Osterfeiertage (mit meinen Kommentaren). Selbes kann als Inhaltsverzeichnis für die kommenden Beiträge angesehen werden, die ich ich den nächsten Wochen (hoffentlich einigermaßen regelmäßig) schreiben werde.

INHALT

29.03.2013

Kommunistisch-Sozialistisch: Fotos sind für alle da!

30.03.2013

Betthupferl

Zutritt nur für Männer, für richtige Männer!

Ist Brandenburg das bessere Nord-Korea?

31.03.2013

The Chapel

Sound of electricity

Elektronenfluss

01.04.2013

Die Reste der Selbstständigkeit

Asche zu Asche

Und wer keine Lust hat noch mal alles zu lesen, gelangt hier zu einer Sammlung, aller Fotos die ich gebloggt habe. Nur Fotos, kein Text. Trotzdem viel Spaß damit!

29.03.2013 – Karfreitag

Rückfahrkamera selbst gebaut - So kann es aussehen

Rückfahrkamera selbst gebaut – So kann es aussehen

Wünsdorf 1

Wünsdorf 1

Wenn die Katze zu lange auf ihr Mäuschen wartet...

Wenn die Katze zu lange auf ihr Mäuschen wartet…

Das schönste Bild, das man in Wünsdorf an einer Wand finden kann

Das schönste Bild, das man in Wünsdorf an einer Wand finden kann

Wünsdorf 2

Wünsdorf 2

30.03.2013 – Samstag

Frühstück Laktosefrei

Frühstück Laktosefrei

Beelitz 1

Beelitz 1

Beelitz 2

Beelitz 2

Beelitz 3

Beelitz 3

Auf den Spuren eines Urbexers

Auf den Spuren eines Urbexers
Sperenberg 1

Sperenberg 1

Sperenberg 2

Sperenberg 2

Unterkunft für 2 Nächte

Unterkunft für 2 Nächte

31.03.2013 – Ostersonntag

Heute gibt es etwas Energie für die Urbexer

Heute gibt es etwas Energie für die Urbexer
Der seelenlose Stahlbolzen :D

Der seelenlose Stahlbolzen 😀

Das war mal eine Turbine...

Das war mal eine Turbine…

.. und das ist das Kraftwerk zur Turbine

.. und das ist das Kraftwerk zur Turbine

Kraftwerk B - Ganz oben

Kraftwerk B – Ganz oben

Cottbus, ich bin wieder da!

Cottbus, ich bin wieder da!

01.04.2013 – Ostermontag

Eine alte Tuchfabrik in Forst

Eine alte Tuchfabrik in Forst

Noch eine Tuchfabrik in Forst

Noch eine Tuchfabrik in Forst

Ich dachte erst, dass da ein Schädel liegt!

Ich dachte erst, dass da ein Schädel liegt!

Krematorium

Krematorium

Wenn ihr etwas Vorfreude verspüren solltet ist das gut, aber geduldet euch noch ein wenig. Ihr wisst, dass ich nicht der schnellste bin. Wer sich nicht gedulden möchte, kann in der Zeit schon mal bei CmdrCord, AkkiFoto und SL-Punkt schauen, die deutlich fixer sind. Die Links gibt es rechts. Danke für euren Besuch.