Erst Licht, dann Strom, dann Emotion | Urbex & Sport Fotoblog by dsgk

Beiträge mit Schlagwort “Angst

Der Preis für Sicherheit

Es war der 17. November. Knapp ein Dutzend Fotografen trafen sich an einem tristen, kaltem, mit Wolken verhangenem Tag. Die Ungemütlichkeit des Wetters stand vielen ins Gesicht geschrieben. Es kam ein Mann dazu auf dessen Brust der Schriftzug Vorbei e.V. zu lesen war. „Ah, unser Führer ist da!“, ich konnte es mir nicht verkneifen das zu sagen. Alle begrüßten sich mit einem Handschlag und mit einem Lächeln im Gesicht. „Dann können wir ja anfangen, oder fehlt noch jemand?“…

Soweit es mir Zeitlich möglich ist versuche ich jeden ersten Mittwoch im Monat einen Fotografen-stammtisch zu besuchen. Anfang November brachte einer der Teilnehmer die Idee mit, einen kleinen Ausflug zu unternehmen. Nach einer kurzen Terminabstimmung war auch schon das Wichtigste geklärt, wir bekamen die Chance einen Bunker zu besichtigen. Und zwar nicht als 08/15-Besucher, sondern mit der Absicht dort Fotografieren zu wollen. Und was soll ich sagen, wir durften uns frei bewegen. Das ist der Hauptgewinn für einen Fototouristen!

Die Tour startete vor einer der Eingangsschleusen. „Das ist ein Hochbunker für die Zivilbevölkerung, er fasst 2400 Personen.“ Der Bunker ist schon ein riesiger Betonklotz, aber 2400 Personen? Uns wurde erklärt, dass der Bunker zum Schutze der Bevölkerung im Kalten Krieg erbaut wurde. Freilich begann man mit dem Bau schon im 3. Reich, aber das existierte schon bald nicht mehr. Daher waren weder an der Fassade, noch im Innern, Hinweise auf den Nationalsozialismus zu finden. Dem Vorbei e.V. wurde vor kurzem das Nutzungsrecht dieses, unter Denkmalschutz stehenden Bunkers von der Stadt übertragen. Seit dem kümmern sich Freiwillige um den Erhalt des Denkmals. Erstaunlicherweise ist sein Inneres, bis auf Kleinigkeiten wie die Stromversorgung, noch im Originalzustand aus den frühen 60er Jahren. Sammler würden ein Vermögen bezahlen!

So ist alles, was hier auf den Fotos zu sehen ist, schon mindestens 50 Jahre alt! Doch so recht kam auch bei der Besichtigung die Nostalgie nie durch. Vorherrschend war das Gefühl der Beklemmung, des eingesperrt Seins und die Versuche sich in die Situation des „Ernstfalls“ hineinzudenken. Ich weiß nicht ob ich die Zahlen noch richtig im Gedächtnis habe, aber die Wände waren etwa 2m Stark, die Dach-Betonplatte 3m und das Fundament müsste über den Daumen aus etwa 8000m³ Beton bestehen. Man betrat den Bunker über eine Schleuse, rechts führte eine Treppe hinauf und sonst waren überall nur Wände. Wände und Sitzplätze. Ich habe kein Problem mit engen Räumen und weil ich kleiner bin als der Durchschnittsmann kommt mir eh alles größer vor. Dennoch war es im Bunker sehr beklemmend.

Sitzplätze gab es etwa 1600, Schlafplätze ungefähr 800 Stück. Ihr ahnt es sicher schon, Schichtbetrieb im Ernstfall. Du kommst in den Bunker, nur mit dem was zu am Leib hast. Dann heißt es 16 Stunden sitzen. Zum Lohn darfst du anschließend 8 Stunden schlafen, dazu kriechst du in eine vorgewärmte Koje die gerade frei wird. Nach dem Aufwachen darfst du wieder 16 Stunden sitzen. Das Spiel kann in diesem Bunker maximal 14 Tage so weitergehen, danach sind Kraftstoff- und Nahrungsmittelressourcen aufgebraucht. Duschen gibt es nicht, nur ein paar Waschbecken. Der hellste Ort im Bunker war die Küche. In den Schlafbereichen gab es für die „Nacht“ blaue Beleuchtung und sonst nur gelbes Neonlicht. Ich will nicht wissen wie es im Ernstfall wirklich gewesen wäre! Acht Stunden Schlafen? Während draußen vielleicht die Bomben hageln? Während drinnen Leute mit Albträumen zu kämpfen haben? Während Sie sich sorgen, weil es der Ehemann, Freund oder Nachbar vielleicht nicht geschafft hat einen Platz im Bunker zu bekommen?

Wir können wirklich froh sein nicht in solchen Krisenzeiten leben zu müssen und wir sollten alles dafür tun, damit es nicht wieder dazu kommt. Schlechte Beispiele gibt es auf der Welt aber gerade zu genüge: Der Iran und sein Atomprogramm vor dem alle Angst haben, der Konflikt zwischen China und Japan wegen Inseln mit reichen Bodenschätzen und der asymmetrische „Terrorismus„, der zusammengefasst dazu geführt hat, dass die Grundrechte aller Bürger aus den „1. Welt“-Ländern mit Füßen getreten werden und sogar einen Dr. Richard Dawkins zu der Aussage „Osama Bin Laden hat gewonnen..“ bringt, als er am Flughafen peinlichst genau nach Waffen etc. durchsucht wurde..- Wo war ich? Wir können froh sein! Und ihr könnt auch froh sein, denn nun folgt der letzte Absatz.

Wer sich noch daran erinnern kann, zur Galerie geht es auch oben links über das kleine Bild. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast hier vorbeizuschauen. Wenn du noch mehr Zeit hast, dann schaue doch auch mal bei SL-Punkt vorbei, er ist auch wieder aktiv geworden und zeigt uns mal wieder tolle Bilder. Hier bei Lightscene wird auch den Winter über nicht so viel passieren. Meine Bachelorarbeit priorisiere ich deutlich höher als die Aktualität des Blogs. Aber wenn es passt (ich habe es nicht vergessen), dann werde ich vielleicht auch mal über die Arbeit bloggen. Sie passt hier thematisch ganz gut rein, auch wenn es dann noch  mehr Text und noch weniger Bilder zu sehen gibt. Danke noch mal und bis bald.


Asche zu Asche

Dies ist nun die letzte Location der OUT2013. Mit ihr endet mein Themenblogging, dass ich vor 74 Tagen begann. Es könnte kaum besser passen. Der letzte Ort den wir besuchten, war auch für viele andere Menschen der letzte Ort den sie besuchten. Hier verließen Viele ihre menschliche Hülle und hinterließen ihren Angehörigen nur noch Erinnerungen. Wir fanden uns am Ende unseres Weges in einem Krematorium wieder.

Ursprünglich wollten wir einen Zahnarztstuhl finden und fuhren dafür Stundenlang durch Deutschland. Als wir ankamen war er ganz einfach weg. Nicht weit entfernt davon sollte es ein Krematorium geben und da sich die Sonne langsam dem Horizont entgegen neigte durften wir nicht lange Überlegen. Wir fanden es, parkten und schnappten unsere Fotorucksäcke. Im Inneren war es dunkel, kalt,  gespenstisch, still. Wir fanden zuerst einen kleinen runden Raum in dessen Mitte ein Schlitten auf Schienen stand. Darüber befand sich eine Luke in der Decke.  In den Wänden eingemauert fanden wir die Verbrennungsöfen. Auf dem Boden davor gab es wieder diese Schienen. So konnte der Schlitten auf den einen oder anderen Ofen ausgerichtet und anschließend dort hin gefahren werden.

Links und rechts vom Eingang dieses Raumes gingen Gänge ab, die mit Treppen in die Kellerbereiche dieser Anlage führten. Wir fanden ebenfalls einen Weg hinauf. Oben war ein kleiner, jedoch hoher Saal, in dessen Mitte ein Sarg zu liegen schien. Bei näherer Betrachtung viel auf, dass es die Luke war,  unter deren Deckel es hinab in den kleinen, dunklen Raum ging. Eine hölzerne Treppe führte noch weiter hinauf auf eine Empore. Man schaute hinab auf die Luke und auf ein Kreuz des Christentums. Einst wurden in diesem Saal die Verstorbenen aufgebahrt und zeremoniell verabschiedet. Der Sarg wurde anschließend durch die Luke auf den Schlitten darunter herab gelassen und in einen der Öfen geschoben. Einige der Dielen, die heute unter einem Haufen Dreck begraben sind, knarzten mit jedem Schritt. Andere gaben nur ein dumpfes Geräusch von sich. Wie viele Tränen mussten diese Dielen wohl auffangen?

Zwischen 1910 und 1990 wurden hier über 100’000 Menschen wieder zu Staub und Asche. Dazu mussten im Laufe der Zeit die Kühlkammern vergrößert, eine Laderampe und Büroräume angebaut und die Abläufe genauer geplant werden.

Nach 90 Jahren Leben und 90 Minuten Einäscherung bleiben von einem Menschen noch immer sterbliche Überreste zurück. Knochen und Zähne verbrennen nicht, sie müssen zu feinem Staub gemahlen werden. Wir fanden auch noch eine dieser Knochenmühlen in den Kellerräumen dieser Feuerbestattungsstätte. Ich will mir nicht vorstellen müssen was für ein schauderhaftes Geräusch entsteht, wenn Knochen und Zähne in einer blechernen Mühle zerrieben werden.

Emotionen blieben jedoch beim Personal in den meisten Fällen auf der Strecke. Zu viele Namenlose und Menschen ohne Angehörige wurden hier eingeäschert, von kalten Herzen in die heißen Öfen geschoben. Wie geht es dir bei diesem Thema? Ich war erst einmal auf einer Trauerfeier, doch der Tod begegnet mir und dir täglich. Wir haben (aktuell) das Glück nicht in Kriegzeiten zu leben. Wir können uns die Zeit nehmen über den Tod nachzudenken anstatt ihn als alltäglich hinzunehmen. Oft habe ich mir Gedanken gemacht, mir viele Sichtweisen angehört und viele Glaubensrichtungen erklären lassen… Für mich habe ich dadurch folgendes herausgefunden:

Der Tod steht uns allen bevor. Ich selbst habe keine Angst irgendwann sterben zu müssen und sehe den Schnitter Tod nicht als Bestrafung an. Was mir Gedanken macht ist das was ich zurücklassen werde. Vielleicht der Gedanke nicht fertig geworden zu sein oder mich nicht verabschieden zu können. Große Träume und Ziele habe ich nicht. Ich bin auch nicht unersetzbar. Aber ich will, bis zu dem Zeitpunkt an dem es für mich soweit ist zu gehen, die Welt verbessert haben. Leben in einer Matrix-Welt, Wiedergeburt, Himmel, Hölle, Reinkarnation, Klonung, Cyber-Gehirne und -Körper. Ich gehe davon aus nur einmal zu leben und dieses eine Mal will ich nicht verschwenden. Wenn ich das Beste aus meinem Leben mache, für mich, für meine Mitmenschen, auch für den Planeten, dann habe ich keine Angst.

Zu den drei Bildern, die ich euch nun noch zeigen möchte, geht es hier entlang zur Galerie oder wie immer über das kleine quadratische Bild oben rechts in der Ecke. Danke, dass du die Zeit hattest hier vorbei zu schauen. Schauen wir mal was ich mit diesem thematischen Ende anfangen und von nun an bloggen werde.

Post Scriptum

Weitere Bilder dieses Krematoriums könnt ihr im Blog von SL-Punkt finden, der schon im April dazu bloggte: SL-Punkt – Krematorium. Schaut rein!

Eine vertonte Form des Volksliedes „Schnitter Tod“ interpretiert durch die Band ASP


Ist Brandenburg das bessere Nord-Korea?

Jetzt bekommt ihr die dritte Location der OUT2013 zu sehen. Eigentlich ist die Location ein riesiges Gelände. Wir hatten es jedoch nur auf zwei ganz bestimmte Räume abgesehen. Der Erste ist die Sporthalle einer alten Schule. Der zweite Ort ist ebenfalls eine Sporthalle, nur war diese nicht für Schüler, sondern für Soldaten gedacht. Schüler und Soldaten auf dem selben Gelände? Klingt ein bisschen nach eisernem Vorhang und dem heutigen Nord-Korea nicht wahr?

Bei dem ganzen Stress den der Landesführer Nord-Koreas Kim Jong-un gerade so anzettelt wird es bestimmt nicht mehr lange dauern bis Süd-Korea und die verbündeten USA die Nase voll haben und den vielleicht etwas überforderten Kim mal an die Hand nehmen. Kim, falls du das hier ließt, ich meine es nicht böse. Aber du wirkst auf die Welt gerade wie ein schlecht gelaunter Teenager, der am Boden zerstört ist, weil sein Papa tot ist (darf man ja auch sein) und weil er keine Freundin findet. Dazu landet der Zwillingsbruder Park Jae-sang noch einen internationalen Hit nach dem anderen und verdient sich eine goldene Nase. Und du Kim, hast nur den neuesten Wartburg und die alten Atomsprengköpfe von Papa. Ich verstehe ja, wer kann schon der Versuchung von Knallern und Böllern widerstehen? Öffne doch einfach die Grenzen und verhindere damit, dass David Hasselhoff es wieder wie bei der Berliner-Mauer machen muss. Dann habt ihr Internet, Smartphones und einen Haufen Apps dafür! Mehr braucht man doch heute nicht um glücklich zu sein… – Ich denke mal die meisten von euch werden sich gerade wundern warum ich Kim direkt angesprochen habe. Er kann deutsch, da er in der Schweiz studiert hat. Kim machts möglich, Kim Possible quasi.

Ich schweife zu schnell ab! Schüler und Soldaten, wo gibt’s denn sowas? Der Militär Flugplatz Sperenberg ist schon seit geraumer Zeit stillgelegt. Neben Start-/Landebahnen, einem Tower (an dem ich mir schon einmal aus versehen die linke Hand aufgeschnitten habe), einem Hangar, Panzer-Garagen und Bungalows für die Soldaten gab es auf dem Gelänge auch einen Theatersaal der schon vor 3 Jahren eingestürzt war, eine Schule und Wohnblöcke. Diese Location ist ein wahres Urbexparadies, wäre da nicht der Wachmann. Pff, ein Wachmann und ein großes Gelände. Der findet doch nie jemanden! Naja, zum einen lag dieses Jahr Schnee in dem man ganz toll Fußspuren hinterlässt. Dazu hatten wir eine Statistik von zwei Besuchen bei denen wir auch beide Male erwischt wurden.  Die Karten standen schlecht für uns. Also haben wir alle unsere Üblebens- und Survivaltricks ausgepackt (ja, mir ist klar das survival = Überleben bedeutet) die man so im TV und in den Pfadfinderausgaben der Micky Maus so bekommen konnte. Darunter waren so brillante Taktiken wie zick-zack laufen, in die Fußstapfen des Vordermannes treten und Gebäude rückwärts betreten, damit es so aussieht als wäre man schon wieder raus gegangen. Ach ja! Ganz viel Schleichen und lautes Flüstern durfte auch nicht fehlen.

Und was soll ich sagen, wir wurden nicht gefunden. Dafür aber haben wir unsere Highlights gefunden und sie (nur für euch) dokumentiert. Wegen dieses waghalsigen Schleich-Manövers konnten wir die vielen weiteren Sehenswürdigkeiten auf dem Gelände leider nicht ablichten. Dennoch hat es sich gelohnt!

Es sind dieses Mal weniger HDRi Bilder, dafür jedoch mehr Experimente. Zur kompletten Galerie geht es auch über das kleine quadratische Bild oben rechts in der Ecke oder (jetzt zum zweiten Mal) über den Link etwas weiter vorne im Satz. Danke, dass ihr wieder die Zeit hattet euch von der Familie loszueisen, vom Sofa aufzustehen, den Link hierher anzuklicken und letztendlich auch alles bis hierhin zu lesen. Bis nächste Woche Sonntag. Apropos! Das Wort „apropos“ kommt aus dem Französischen (à propos) und bedeutet so viel wie: „zu dem Vorgebrachten“.

Sonntag war das Stichwort. Am Sonntag (5. Mai) kommen Bilder vom Ostersonntag. Auch wenn man sonst nicht in die Kirche geht, Ostersonntag kann man das schon mal machen. Und das haben wir auch getan…


Zutritt nur für Männer, für richtige Männer!

Es geht weiter mit der zweiten Location der OUT2013. Ich bin selbst verblüfft wie zuverlässig ich in letzter Zeit bin, das muss am Studienstress liegen. Die Zweite Location kennt jeder von euch schon in- und auswendig. Auch war es nicht mein erster Besuch dieses Ortes, der Beelitz-Heilstätten. genauer gesagt des Badehauses der Abteilung Männer-Sanatorium. Zusätzlich gibt es auch noch 3 Fotos aus der Abteilung Frauen-Sanatorium, damit auch die Damen noch weiterlesen dürfen.

Zielstrebig gingen wir zu unserem Eingang. Schnell musste es gehen, da man ja nie weiß wie neugierig so manche Mitbürger sind. Drinnen angekommen offenbarte sich uns – nichts „Neues“. 2010 war ich zum ersten Mal im Badehaus und es sah dieses Jahr noch fast genauso aus wie drei Jahre zuvor. Das mag wohl zum einen an dem tatsächlich wachsamen Wachdienst liegen, zum Anderen vielleicht auch an  einem dreisten Abzocker-Verein der sich „Go2Know“ nennt. Stellt es euch vor wie „MyDays“ oder „Jochen Schweizer“ mit dem kleinen Unterschied, dass man hier geheime Orte entdecken kann. Durch regelmäßige Termine an denen Besuchergruppen, wie bei einem Rentnerausflug durch die alten Gebäude geschleust werden, bleibt für allgemeines „Pack“ nicht mehr so viel Zeit die Gebäude zu verschandeln.

Vielleicht hat es der Eine oder Andere ebend gemerkt. Das Adjektiv „geheim“ ist ein ganz Besonderes. Meinen Beitrag „Kommunistisch-Sozialistisch“ eröffnete ich mit dem Thema ‚warum Urbexer immer so geheimnisvoll tun‘. Ich nehme die Antwort mal vorweg: Wir versuchen die Orte und vor allem die Eingänge geheim zu halten, damit weder Geocacher, noch gelangweilte Teenager, Punks, Zecken, Hippies (heute „Hipster“) oder Hartzer diese Locations zerstören, mit Graffiti verschandeln, Scheiben einwerfen, Türen eintreten, Sachen klauen oder gar die Buden abfackeln. Oder aber sie sind so laut und auffällig, dass der Wachdienst alarmiert wird und häufiger kontrolliert. Alles schon dagewesen… Klar, auch gibt es unter Fotografen schwarze Schafe, die ihre Snickers-Verpackungen oder Zigarettenkippen liegen lassen, aber im Großen und Ganzen sind sie doch die angenehmsten Gäste.

Go2Know, was machen die vor Ort, was ist ihre Aufgabe? Sie drehen den Schlüssel zwei Mal um. Aufschließen, abschließen. Dazwischen liegen je nach Location 3-5 Stunden oder so. Kann ja nicht teuer sein oder? Die Gebäude sind verranzt und müssen nicht instand gehalten werden, es kommen keine Schadenersatzansprüche, da man vorher eine Verzichtserklärung unterschreibt (nachvollziehbar und bei „offiziellen“ Besuchen auch der Normalfall), ach ja, und es ist „offiziell“. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Warum? Weil der Spaß auch für den letzten und langweiligsten „geheimen Ort“ ab 40,-€ aufwärts kostet! Aufschließen, abschließen. Dann darf man doch aber bestimmt über ein ganzes Gelände? Nein, ein Gebäude ist eine Location. Wer eine Zweite besuchen will darf nochmal zur Brieftasche greifen. Davon mal abgesehen macht es keinen Spaß wenn man „offiziell“ unterwegs ist. Es ist wie cheaten im Computerspiel, wie Abgucken vom Nachbarn in einer Klausur, wie ein vorgekautes Steak, wie eine Reise mit Google-Maps anstatt sich ins Auto zu setzen, wie Facebook-Chats anstatt sich mit seinen Freunden und Freundinnen zu treffen, wie häkeln, wie Sudoku, wie Geld im App-Store ausgeben, wie Einkaufen zu gehen und an der Kasse nicht bezahlen zu müssen – oh stimmt, man bezahlt ja doch. 40,-€ und mehr, viel mehr!

Okay, es gibt einige Zielgruppen für die solche Angebote die einzige Möglichkeit darstellen sich an solchen Orten überhaupt bewegen zu können ohne durch eine mögliche „Anzeige wegen Haus- und Landfriedensbruch“ in Existenznot zu geraten (Beamte etwa, auch da soll es welche geben die in ihrer Freizeit ein kreatives Hobby haben). Aber ganz ehrlich, wenn jetzt jeder ‚Idiot‘ so coole und meistens geschichtsträchtige Orte besuchen kann, wenn nur sein Geldbeutel dick genug ist, dann macht mir das ganze keinen Spaß mehr! Zumal dem Ganzen so ein „PayToWin„-Aroma anhaftet. Entweder man hat den Schneid ein Risiko einzugehen und sich vielleicht erwischen zu lassen, oder man lässt es. Versteht mich bitte nicht falsch. In der Regel tun wir alles dafür, uns offiziell an einem Ort bewegen zu können! Bilder von verlassenen Orten wirken doch aber nur so geheimnisvoll, verführerisch und mysteriös, weil es wenige Bilder sind die man zu sehen bekommt. Weil es nur wenige Fotografen gibt die diese Bilder machen (können). Go2Know baut das Urbexen zum Tourismus aus und schon bald werden wir von Fotos wie meinen überschwemmt. Sie alle (und auch meine) werden langweilig, weil die Romantik verloren geht. Danke! Ich warte schon sehnsüchtig auf den Moment, an dem mir meine Mutter erzählt: „Du hast doch in Beelitz so ein Foto von diesem großen Baderaum gemacht? Da hat einer aus unserer Gruppe mit Edding ‚Ich war hier YOLO!‘ geschrieben.“ Und das ist der Moment an dem ich das Urbexen aufgeben werde!

Was habe ich nun davon meine Meinung geäußert zu haben? Einen saulangen Blogeintrag und dabei noch nicht mal erzählt, wie wir es wieder aus dem Badehaus hinaus geschafft haben. Auch die Geschichte von unserem köstlichen Sieger-Schnitzel habe ich nicht erzählt. Hach… Da habt ihr wohl Pech, denn das sind interessanten Vorkommnisse in Beelitz gewesen. Aber keine Sorge, in den kommenden Beiträgen werde ich noch ein paar spannende Dinge erzählen.

Ach verdammt, mir fällt noch etwas wichtiges ein! Ja, ich fasse mich kurz! Und zwar: Es sind diesmal ein paar HDRi Bilder mehr als „sonst“. Ich habe versucht sie psycho-visuell zu gestalten. Wie bitte, WAS? Keine Angst, sie sollen für das Auge nur besonders … besonders … besonders besonders aussehen. Ich bin gespannt ob ihr was merkt! Naja, eigentlich sollte ich euch nicht vorwarnen… Hm, egal! Immerhin schaut ihr euch die Bilder dann mal richtig an 😀

Viel Spaß bei der Sichtung! Zur kompletten Galerie geht es wieder über das kleine quadratische Bild oben rechts in der Ecke oder (NEU!) über den Link etwas weiter vorne im Satz. Vielen Dank an euch, dass ihr die Zeit hattet hier vorbei zu schauen! Bis nächste Woche… Bestimmt… Sonntag?.