Erst Licht, dann Strom, dann Emotion | Urbex & Sport Fotoblog by dsgk

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Naddel!

Gut Ding will Weile haben sagte einst ein träger Mann. Wein und Whisky brauchen Zeit, um in Holzfässern zu reifen, Metallfässer tragen nicht zum Reifeprozess bei. Metall ist es jedoch, das meine Fotos reifen lässt. Genaugenommen ist es eine Kombination aus Magnesiumlegierungen, die mit Eisenoxid überzogen sind und Silizium, das genau an den richtigen Stellen oxidiert wurde. Diese Mischung bringt meine Bilder so richtig zur Geltung!

Vorsicht ist geboten! Schnell verfällt man der Gier seine Fotos und Videos (oder was auch immer) noch und noch länger reifen zu lassen. Und wieder greife ich zu der Analogie mit Wein und Whisky, denn wie diese Beiden werden auch Daten bei unendlicher Reifung nicht unendlich viel besser; im Gegenteil! Sie können verderben und ungenießbar werden.

Entschuldigung. Nach der häufigen Erwähnung von ‚Whisky‘ lief mir das Wasser im Munde zusammen. Wen es interessiert, es gibt einen sommerlichen, wie auch maritimen Talisker 10y (ja, ich habe tatsächlich noch eine Flasche davon!). An dieser Stelle beginne ich schon Mal eine Entschuldigung vorzubereiten, sogar hiermit auszusprechen: Verzeihung. Denn mit sinkendem Whisky-Pegel in meinem Glas, mit jeder Zeile Text, mit immer mehr Abstand zur Überschrift sinkt ein imaginäres Niveau und wir alle fragen uns, warum ich nach Naddel gerufen habe. Keine Sorge, der deutsche Hauptvertreter für Camp David Klamotten bin ich nicht und er hat den Blog auch nicht eingekauft. #NochMalGlückGehabt. ABER wie auch jener Mann, war ich schon mal in Verona.

Die Entschuldigung ist schon weiter oben ausgesprochen, also machen wir weiter. Verona! Diese, ja schöne, Stadt ist nicht unweit vom süd-östlichen Ende des Gardasees gelegen. Ihr dachtet sicherlich schon das Kolosseum steht in Rom, was nicht falsch ist. Doch es gibt noch mehr davon. Zugegeben, nicht alle sind so groß und technisch raffiniert wie das in Rom, dafür ist das eine in Verona besser in Schuss, wie ihr seht. Hier und da wird gebaut oder restauriert, das ist unerlässlich in so einer Stadt.

Ich fühle mich noch immer schuldig für den miesen Gag weiter oben, dabei habe ich mich sogar schon entschuldigt. Auch weiß ich sicher, dass ihr mir schon längst verziehen habt und doch .. sollte ich es wieder gut machen. Vielleicht mit historischen Details? Ausnahmsweise mit korrekten historischen Daten und Fakten? Trump ist noch immer amerikanischer Präsident, Fakten will also niemand. Soll ich über wahre Vorkommnisse berichten die passiert sind? Erdoğan ist noch immer „Präsident“ der Türkei, die Wahrheit will also auch niemand hören. Warum eigentlich schweife ich immer wieder in die Politik ab? Die interessiert mich doch gar nicht?!

Reden hilft, stelle ich fest. Die erste Feststellung: Offenbar bin ich so ein durchschnittspolitischer „macht doch was Ihr wollt, aber lasst mich in Ruhe und sorgt dafür, dass ich gutes Leben habe“-Typ. Gut. Die Zweite: Wo ist mein Paket, das ich vorgestern bestellt habe! Und drittens: Warum ist der Whisky leer? Sollte mir der Whisky gerade eine Lektion erteilen? Sowas wie: „Wenn du etwas willst, dann tu‘ auch was dafür!“ oder „Anstatt dich zu beschweren, tu‘ etwas dagegen!“? Mir gefällt die Reise nicht auf die mich mein Unterbewusstsein schickt :/

Ob es hilft wegzulaufen? Ich probiere es! Schaut euch die (zum Teil) schönen Bilder aus Verona an, die nun ein Jahr lang auf meiner Festplatte versauert sind! Aus ihnen ist nur etwas geworden, weil ich mich zu etwas durchgerungen habe: Prioritäten zu setzen und meinem alten Schweinehund ein paar neue Tricks beizubringen! Das war gar nicht so schwer wie anfangs gedacht. … Hm, das klingt wenig nach Weglaufen oder flüchten. Es ist die Flucht nach vorn, anders kann es nicht sein! Besser sein als der Typ der man gestern war! Die Erde dreht sich, die Zeit läuft, das Universum expandiert und jeder macht irgendwas. Warum sollte ich also stehen bleiben?

Doch bei aller spontanen Motivation, die Füße müssen auch mal hochgelegt werden. In diesem Sinne. Hier im Blog wird es weitergehen. Die Regelmäßigkeit wird sich vielleicht nicht verändern, aber es geht weiter. Und Ihr geht jetzt ohne weiteren Umweg zur Galerie, indem wie immer ein beliebiges Foto angeklickt/tippt/touched wird. Zur Albumübersicht geht es hier entlang: Album. Danke fürs vorbeischauen und bis zum nächsten Mal.


 


Panoramalamadingdong

Im Juli 2016 war ich am Gardasee. Obwohl das nun schon 7 Monate her ist, erinnere mich auch heute noch nur zu gerne daran. Um so besser, dass mein Vergangenheits-Ich manchmal nicht ganz so fleißig ist. Denn dadurch hat mein Gegenwarts-Ich die Chance, die Landschaften des Gardasees noch einmal in voller Pracht zu erleben.. und ihr auch!

Die volle Pracht also, wo findet man die? Wenn man nicht weiter weiß, dann geht man entweder zum Anfang zurück oder weit nach oben. Am Anfang war es dunkel, Blitze zuckten und der Donner grollte über den See – keine gute Idee um ‚die volle Pracht‘ zu finden. Na dann, hoch hinaus!

Hoch hinaus also… Hm, hoch… Jetzt bräuchten wir einen richtig großen, hohen, dominanten, massiven – ach, was verzettele ich mich hier mit unnötig vielen Adjektiven – einen fetten Berg! So! Weil wir in Italien sind, übersetzten wir noch den ‚fetten Berg‘ schnell in die landestypische Sprache und zack, stehen wir auf dem Monte Baldo, um eine unvergessliche Aussicht auf den Gardasee zu erleben.

Voll fett ist übrigens auch, dass man mit einer großen Gondel ganz einfach und Kaloriensparsam auf den fetten Berg hinauf kommt. Das Einzige was dazu notwendig ist, ist Geduld, viel davon! Bis zu 2 Stunden.. Vielleicht reicht auch eine gute Vorausplanung oder frühes Aufstehen, aber das halte ich für ein Gerücht.

Der Berg und sein Panorama sind nun schon ganz schön schön. Nur das Dumme daran ist, dass man auf 2200m Höhe zu Fuß nicht so gut vorankommt wie man gerne möchte (zumindest als Flachlandbewohner). Was tun, wenn es noch mehr Panorama sein soll? Runter vom Berg, ab ins Auto und/oder die Fähre und rauf auf den nächstbesten Turm! Zufällig gibt es einen Solchen am südlichen Ende des Sees auf einer Halbinsel im Örtchen Sirmione. Sehr schön!

Ein Turm? Da steht ein Turm einfach so in der Gegend herum? Natürlich nicht! Der Turm ist Teil der Castello Scaligero (eine Burg, die der Stadtherr von Verona im 13. Jahrhundert zusammenklöppeln lies), ist laut Wikipedia 47 Meter hoch (selbst hätte ich ihn auf nur 45 Meter geschätzt) und das Wichtigste, er bietet einen formidablen Rundumblick und ein wunderschönes, wer hätte es gedacht, Panorama!!! Obacht hier oben, denn ein Glockenturm ist auf direkter Trommelfellhöhe und kann, je nach Uhrzeit, für etwas frischen Wind im Oberstübchen sorgen. … Panorama und Dingdong, sehr authentisch!

Zur Galerie geht es wie immer über ein beliebiges Foto, zur Albumübersicht geht es hier entlang: Album. Danke fürs vorbeischauen und bis zum nächsten Mal. P.S.: Die Fotos mögen zwar schon ganz nett aussehen, die Empfehlung des Tages lautet trotzdem: Selbst und live erleben, das ist es wirklich wert!


Meditieren unterm Wasserfall und dann Drogen nehmen bis man wieder klar kommt

Der Titel dieses Eintrags lautet gerade noch -To be done-. Ich weiß also noch nicht worauf ich hinaus will, wohin die Reise geht weiß ich allerdings sehr genau. Heute machen wir einen weiteren Abstecher nach Italien an den Gardasee. Was liegt in einer grauen Weihnachtszeit mit viel Regen und wenig Schnee näher, als sich zu wünschen in den Süden zu verreisen und etwas Sonne zu haschen. Um es genau zu sagen besuchen wir heute Vormittag die Parco Grotta Cascata Varone und danach nach geht es zum Il Vittorale degli Italiani.

Die Wasserfallgrotte ist definitiv ein perfektes Ausflugsziel an unerträglich heißen Tagen, wenngleich man nach spätestens einer Stunde auch schon alles gesehen hat.. Hier stürzt sich der tosende Wasserfall, namentlich ‚Cascata di Varone‘, in eine Grotte, die er über Jahrzehnte immer weiter ausspült. Im Bereich der Grotte fällt und fließt das erfrischende Nass dabei etwa 100 Meter in die Tiefe. Wie warm auch immer es draußen ist, in der Nähe der Wasserfallkaskade ist es angenehm kühl.

Il Vittoriale, was auf Deutsch so viel bedeutet wie ‚der Vittoriale‘, heiß eigentlich ‚Vittoriale degli italiani‘ und war einst der exzentrische Wohnsitz eines total bodenständigen Schriftstellers. Wer das nun nicht glauben will, soll eines Besseren belehrt werden. Der feine Herr Gabriele D’Annunzio saß eines schönen Abends mit dem Architekten Giancarlo Maroni am Gardasee, den Sonnenuntergang betrachtend, bei – es kann niemals Wein gewesen sein, denn die Beiden sind total ausgeflippt oder waren high! – bei .. vielleicht doch bei einer Flasche Wein und einer besonderen Pizza Magic-Funghi.

Sich eine große Hütte zu bauen ist keine Überraschung, sondern ganz normal. Dazu sucht man sich selbstverständlich ein großes Grundstück aus, denn jeder weiß: Kunst braucht Platz!

Leider war das Grundstück so groß, dass es nun recht leer wirkte. Was macht man, man baut sich ein Amphitheater in den südlichen Garten. Da es Richtung Norden auch sehr freiräumig wirkte und man einem alten Freund noch einen Gefallen schuldete, wurde dort ein Mausoleum errichtet. Im Osten war am Ende eines natürlichen Bachlaufes noch Platz für eine Chilloutzone mit Cocktails, Brunnen und Wasserspielen. Ich erinnere gern daran, der Bauherr war Autor! Nunja.. Das alles war schon schön, aber wo blieb die Extravaganz?

1923 half die italienische Marine diese Lücke zu schließen. Sie schenkte dem Autoren ein Kriegsschiff, die Puglia. Natürlich war es nach der Anlieferung nicht mehr Seetauglich oder Kampffähig. Vielleicht war die Ursache dessen jedoch der Ort an dem das Schiff seit diesen Tagen vor Anker liegt. Nicht im Gardasee, nicht im Bachlauf oder dem Brunnen und ebenso wenig in der Badewanne; Dafür war es freilich zu groß. Die Puglia liegt auf einem Berg, direkt neben der Villa in 130m Höhe.

Mittlerweile habe ich eine Idee, wie der Titel dieses Blogeintrags lauten könnte. Manchmal erkennt man sein Werk erst nachdem es fertig geworden ist. Danke fürs vorbeikommen und bis zum nächsten Mal. Vergesst nicht auf (irgend)eines der Bilder zu klicken! Wer nicht will kommt hier zum Album. Ciao.


Ein (nicht der) Führer auf Reise – London [2016]

Na das läuft ja alles schon wieder super! Eigentlich war schon ein Text für diesen Beitrag geschrieben und als Entwurf abgespeichert. Wo er ist, keine Ahnung! Entweder verarscht mich WordPress schon wieder oder ich werde senil. Immerhin ist die Leinwand nun wieder weiß und die Kreativität kann sich voll entfalten.

Es gibt noch so viel über London zu erzählen. Damit gehen jedoch auch einige Probleme einher: Erstens will ich nicht so viel schreiben, zweitens habe ich nur noch Fotos für diesen Beitrag, drittens sind die Fotos selbst zu meinem erklärten Erzfeind geworden, viertens wird schon wieder Zeit damit verschwendet Aufzählungen aufzuschreiben. Es muss noch erzählt werden wie viele Überwachungskameras es in London gibt (für meinen Geschmack zu viele), es muss erzählt werden – mir ist eben eingefallen wo der Entwurf gespeichert war! WordPress ist diesmal doch nicht schuld, also kann ich wohl doch bald meine Rente antreten.. Der Entwurf lag noch unsynchronisiert auf dem alten Gammel-Laptop… Los geht es also!

Du reist in eine fremde Stadt in einem fremden Land. In heutigen Zeiten mit Internet, Youtube und internationalem (manchmal auch irrationalem) Bachelor/Masterstudium sind eigentlich keine Länder wirklich fremd. Das Abendteuer zu verreisen ist kein so großes mehr, weil man sich nichtmehr nur auf einen MarcoPolo-Reiseführer verlassen muss. Ungewissheiten gibt es aber auch trotz der besten Internetrecherche, weil im Internet mitunter viel Mist geschrieben steht. Was müsst ihr also wissen, wenn ihr nach London wollt? Ich sag’s euch hier im Internet, auf mich könnt ihr euch verlassen!

1. Es gibt nicht nur Fish ’n Chips (so eine Art Backfisch mit Pommes) oder Pommes mit Essig (Fries with vinegar) zu essen. Zum Frühstück muss man sich nicht zwangsläufig rote Bohnen und kleine (nicht Nürnberger!) Bratwürste antun. Das 2016er London kennt auch Müsli, Rührei, gebratenen Speck (Bacon) und am wichtigsten: es gibt auch Kaffee! Es gibt Burger, Wraps, Spare Ribs, Zwiebelringe, Pizza, Salate, Pasta, Kartoffelbrei mit Bratwurst (Sausages and Mesh), Sushi, Kebap und wem das nicht reicht, der kann sich an den üblichen Fastfoodketten satt essen: McD, BK, KFC, Nandos, Subway, PizzaHut (habe ich nicht gesehen, müsste es aber dennoch geben), Pizza Express (hat auch glutenfreie Pizza), und so weiter und sofort..

2. … Zweitens was? Ich erzähle gerade was ihr wissen müsst, wenn ihr London bereist! Über ein schwaches Kurzzeitgedächtnis zu klagen hilft hier gerade nicht, denn Multitasking ist viel wichtiger! Weiter geht es! Auf welcher Straßenseite fährt man Auto? Links! Auf welcher Seite des Gehwegs bewegt man sich? Links! Nach wo schau man zuerst, wenn man eine Straße überquert? Links! .. Ha! Denkste! Warum das nicht immer stimmt darf jeder gerne selbst herausfinden, aber passt dabei auf die mehrspurigen Einbahnstraßen auf! Die Gehwege sind in der Londoner Innenstadt logischerweise überlaufen von Touristen und das wissen auch die einheimischen Londinianer. Das hat zu Folge, dass Touries sich oft rechts halten, beim Anblick von Gegenverkehr links antäuschen und dann mit einem verschmitzten ‚hehehe‘ wahlweise noch weiter links oder dann doch rechts ausgeweichen. Tipp für alle unentschlossenen: Überquert Straßen bei Ampeln oder kleinen Verkehrsinseln. Meist ist hier für den Fußgänger auf die Straße gepinselt in welche Richtung er schauen soll. Und das Problem mit den anderen Fußgängern löst sich durch Entschlossenheit, versucht es einfach!

3. Wenn man mit Kindern reist, ist London, meiner Meinung nach, nicht die erste Wahl als Urlaubsziel. Teenager und Erwachsene haben dort schon deutlich mehr Spaß. Und mit Spaß meine ich nicht nur, aber auch: Biere, Ales, Lager, Cider, Whiskys und Burger! Und wie ist das in der Öffentlichkeit mit Bier oder so? Vor der Reise haben auch wir uns informiert:
„Alkoholkonsum ist überall dort gestattet, wo kein Schild darauf hinweist, dass es zu unterlassen ist.“
Aha… Schlauer waren wir nicht, genauso wie du gerade… Hier also noch ein Reisetipp: Wir waren in Soho, Waterloo, Camberwell, Bloomsbury, Chelsea, Notting Hill, St. Johns und Hyde Park, am Big Ben, The Shard, Buckingham Palace, Westmister bla bla bla. Wir waren überall! Und nirgendwo war auch nur ein Alkohol-Verbotsschild zu sehen! Das bedeutet keines Falls sich überall einen reinscheppern zu müssen, dennoch dürfte man das tun.
Reisetipp Nr 2: Schaut euch die Einheimischen an. Ab etwa 17 Uhr ist jeder, aber auch JEDER Pub überrannt von Londonnern in Business-Sakko oder -Bluse. Die Leute stehen zu Hauf auf der Straße vor JEDEM Pub. Was machen die da fragt ihr euch? Sie betrinken sich bis zur Besinnungslosigkeit, weil sie die Sperrstunde im Nacken haben. Reisetipp Nr. 2 lautet also: Entweder man besucht den Pub seiner Wahl spätestens um 16 Uhr, weil sonst nichts mehr zu holen ist. Ein Pint kostet übrigens ca 6-7 Pfund in einem Pub und ab 1-2 Pfund aus dem Supermarkt. Ein Mittagessen zieht euch im Schnitt 15-20 Pfund aus dem Portmonee.

Das war der eigentliche Beitrag, soweit wie ich hin vorbereitet hatte.. Erwähnt sei noch die Kriminalität und die Hooligans in London, die so ausführlich beschrieben werden müssen, wie wir sie erlebt haben: .
Mehr fällt mir im Moment nicht ein.. Außerdem wollte mein Vergangenheits-Ich von vor 5 Minuten nicht so viel schreiben. Das bedeutet, wir sind durch! Mein Fazit zu London: Kann man mal gesehen haben! Gut… Das klingt nicht sehr verlockend oder gar überzeugend. Wer sich aber selbst kein Bild von London machen will oder kann, der kann sich alle meine Fotos noch mal als Gesamtkunstwerk im Flickr-Album anschauen.
Wem das nicht reicht, den kann ich reinen Gewissens weiterleiten zu dlwotan’s Fotoblog, der auch recht, sehr bald sehr beindruckende, schöne und tolle Fotos bloggen müsste. Das sind noch nicht mal leere Versprechen von mir! dlwotan hat London viel schöner und sauberer in Erinnerung als ich, was seinen Fotos viel mehr Glanz verleihen wird  😉 Danke für die Geduld und bis bald.


Woher die kleinen Bratwürstchen wirklich kommen – London [2016]

London ist eine der bekanntesten Metropolen weltweit. Millionen von Menschen und noch mal genauso viele Touristen tummeln sich in einer Stadt, die so groß ist, dass sie 10 mal mehr Einwohner als das Saarland hat! London befindet sich seit jeher im Wandel. Einst gegründet von Römern, die diesen Flecken Land Londinium tauften, bis zum heuten Banking-Mekka mit Hochhäusern und deren Glasfassaden. Von dem Vorfall mit zwei unbeugsamen Galliern will Wikipedia aber bis heute nichts wissen..

Wie geht London mit seinen Herausforderungen um? Im großen und ganzen sehr gut. Sonst wäre es nicht das, was es heute ist. Das Underground-Bahnnetz ist spitzenmäßig ausgebaut und mit NFC-Auster-Kartenlesern an den Drehkreuzen der Ein- und Ausgänge top modern ausgestattet! Schaut man sich hingegen die alten Verkabelungen der Underground Tube an, so wird man eher unweigerlich an die Erfindung der Glühlampe erinnert.

Zwar ist Berlin für mich weiterhin die Stadt der Kontraste, doch gibt London sich alle Mühe dieses Prädikat auch für sich zu beanspruchen: Auf der Fahrt von Heathrow in den Londoner Kern sind haufenweise kleine, fast romantische, Vorstadtstraßenzüge von kleinen Häuschen und Reihenhäuschen geprägt, die noch heute alte, analoge Yagiantennen auf dem Dächern tragen. Satellitenschüsseln sind ein seltener Anblick. Wo ist der Kontrast? Egal wo in London man sich bewegt, es gibt flächendeckendes WLAN von verschiedenen Anbietern (z.B. kostenpflichtig von BT, aber auch gratis) und Internetanschlüsse für Zuhause bekommen gleich eine Glasfaserverbindung.

Wenn man sich etwas in London ansieht, dann ist es entweder richtig, richtig alt (wie die Queen) oder ziemlich neu. Neben Stahl, Glas, ergonomischen Formen und moderner Kunst finden sich selbst in der Innenstadt kleine, an Cottages erinnernde, Häuschen. Pubs sehen meist aus, als hätte man sie gerade frisch aus einer Eiche geschnitzt, die schon König Arthur bei seiner Krönung als Stille Zeugen beigewohnt haben.

Noch so ein Kontrast ist die Sauberkeit Londons. London hat mit über 200 Parkanlagen sehr viel ‚Grün‘ zu bieten. Man würde nun erwarten, dass dort die Mülleimer überquellen, hier und da Plastiktüten oder sonstiger Dreck herumliegt. Aber nein! Die Parks sind sauber, wie geleckt quasi. Auch in den Straßen liegt nur sehr selten Müll. Dennoch habe ich von London den Eindruck, diese Stadt sei schmutzig. London ist aufgeräumt, aber nicht sauber. Mülleimer sind nicht voll, aber schmutzig. Die Bürgersteige und Fußgängerzonen sind ordentlich, doch schweift der Blick hier und da mal in eine Gasse oder Seitenstraße: Schmutz, Dreck, Peeke, Ranz. Baukräne, Baugerüste, überall kaputte Felgen und dann noch dieses ekel-braune Brackwasser der Themse..

Mein Ziel war es freilich nicht auf solche negativen Dinge zu achten, sondern auf die Schönen und Gepflegten. Beispiel: Tauben!, sie dürfen in keiner Großstadt fehlen. Tauben sind Feinschmecker, das wissen nur die Wenigsten. Und das ist gleichzeitig der Grund warum die fliegenden Ratten in London kaum zu finden sind. Darum sind weder Gebäude noch Denkmäler oder die Wachen vor dem Buckingham Palast vollgeschissen. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sind so hergerichtet, dass London sie der Welt mit vollem englischem Stolz vorzeigen kann. Und wie das Vorzeige-London aussieht möchte ich euch gern einmal mehr zeigen. Wie immer führt ein Klick auf eines der Bilder in die Galerie-Diaschau und der folgende Link zur Albumübersicht. Danke das du die Zeit genommen hast! Noch ein Mal, dann ist es geschafft. Bis sehr bald!

 

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P.F. (Post-Faktisch (das sich von P.S. Post-Scriptum ableitet): Ich muss nach kurzer Kreativpause noch einmal auf die Peeke eingehen, die ich weiter oben erwähnte. Urspünglich kannten die Briten Peeke überhaupt nicht. Sie waren nur vertraut mit: Filth, grime, smudge, muck, grot, crud, soil, turf und loam. Doch woher kam die Peeke? Sie wurde aus Norddeutschland, genauer gesagt, Hannover, importiert. Als einst König Arthur und seine Tafelrunde verstorben waren und alle Magie aus dem Land verschwand, begann das dunkle Mittelalter auf der Insel der Rothaarigen. Höhepunkt dessen war der Glückbärchi-König „Richard Löwenherz„, der in der schwersten Stunde des Landes Urlaub auf Jamaika machte.

Ein Anarchist wiedersetzte sich in dieser Zeit einem angesehenen Sheriff und bestahl die Reichen, um diese arm zu machen. Bis heute weiß niemand was er damit bezwecken wollte, doch nachdem die Reichen nun arm geworden waren, schenkte der Anarchist den Armen das gestohlene Gold, der ehemals reichen. So kam in Wirklichkeit auch niemand ernsthaft zu Schaden. Nachdem unzählige Filme, Serien und Zeichentrickfilme produziert waren, kehrte der König aus seinem Urlaub zurück und beglückwünschte Robin zu seinem Erfolg und dem durchdachten Plan. Der Sheriff hingegen hatte Pech, weil er keine Anerkennung für seine Dienste bekam. Und so kam das Pech nach England.

… Was das alles mit der Peeke zu tun hat will ich nun erzählen. Sie kam, wie gesagt, aus Norddeutschland. Denn König Richard ließ übermotiviert verlauten: „Wer fähig ist, mich, den König, zu töten, der ist es wert, ein Ritter zu sein.“. Kurz darauf verstarb der König, Todesursache: Ein Ritter. Nun klaffte ein enormes Machtvakuum auf der einst magischen Insel. Die Lösung des Problems sollte ein Mann sein, der die Macht, als auch die Magie der alten Tage in sich trug. David Copperfield war noch nicht geboren, das Königreich Azeroth oder Myrtana zu weit entfernt. So angelten sich die Engländer Georg den Ersten aus dem kurfürstlichen Hause von Hannover. Nicht umsonst sollte das Königliche Wappen Georgs von einem Löwen und einem Einhorn geziert werden. Der neue König brachte nicht nur eine fünf Generationen andauernde monarchische Diktatur mit sich, sondern auch kleine Bratwürste, schlechten Geschmack, das Barbarentum und die Peeke.

Es tut mir sehr Leid, dass ich so weit ausholen musste. Doch in einer akkuraten geschichtlichen Erzählung darf keine Fassette fehlen oder irgendwie abgewandelt werden. Ich danke ein weiteres Mal für die Zeit, die du dir genommen hast und verabschiede mich hiermit bis zum nächsten und letzten Beitrag zu der zweit-ökonomischsten Stadt der Welt, London.


Ein Pfund Regen im Linksverkehr – London [2016]

Das Hotel ist gebucht, die Oyster Card (für Öffis) ist schon bezahlt und das Taxi zum Flughafen steht bereit. Nichts kann schiefgehen, gar nichts! Aber dann stellt sich heraus, dass man mit British Airways fliegt und sich der Abflug um 2 Stunden verzögert. Ich erspare mir von den Details, wie technischen Problemen, fehlenden Ersatzteilen und unnormalen Triebwerksgeräuschen zu berichten, denn am Ende sind doch alle Lebendig im englischen London angekommen.
Ahhh London. Das erste womit man in England konfrontiert wird, ist die Erkenntnis, dass der Perso nicht der Passport, sondern die ID Card ist. Sowas kann ja mal passieren, wenn plötzlich alle unverständlich daher brabbeln und auf der falschen Straßenseite fahren. Zur Beruhigung sollte man in so einem Moment ein kühles Bierchen (ja!, in England gibt es auch kühles Bier) genießen.

Das Bier hat wie erwartet funktioniert. Als nächstes galt es das Hotel zu suchen, um dort das Gepäck abzuladen. Gesagt, getan. Und jetzt? Mit der Piccadillyline-Underground-Tube ab in die Innenstadt zum Piccadilly Circus (quasi der New Yorker Times Square in klein) und irgendwas essen. Zum Glück für uns ist das genau die richtige Gegend für Streetfoodfestivals und Pubs. Nach der Verköstigung einiger speziell ausgewählter, hiesiger Ales war es dann auch irgendwann Zeit noch etwas Allgemeinverpflegung für das Hotelzimmer bei Tesco (24/7, auch Sonntags) einzukaufen und den Abend ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen sollte der Urlaub erst wirklich beginnen. Wir haben das Frühstück verschlafen, was, wie sich an den folgenden Tage erst herausstellen sollte, kein all zu großer Verlust sein sollte. Dennoch, die Zeit läuft davon und die Luft war trocken. Wie ein ordentlicher Tourist besucht man natürlich all die bekannten Sightseeing-Hotspots:

Westminster Abbey

House of Lords / Commons / Parliament vor dem ein Löwe auf einem Pferd reitet

und den Dick Ben – Ich glaube der heißt mittlerweile irgendwie anders, aber ihr wisst ja was ich meine.

Der Besuch all dieser alt-ehrwürdigen Gebäude bei prallem Sonnenschein macht, genauso wie die Rekapitulation des Erlebten, durstig. Anstelle nun den gesamten Urlaub auf einmal abzuarbeiten, werde ich diese Aufgabe wohl in drei Teile aufteilen. Der Engländer würde jetzt sagen: I am going to split this trip into three cups of the finest Earl Grey to protect myself from a bloody burnout. Cheers mate!


Donnerwetter!

Da flüchtet man sich im Sommer kurz mal aus Deutschland nach Italien und was passiert als erstes? Man wird geblitzt!

Was war passiert? Wir sind Mittwoch nachts um 3 Uhr aufgebrochen und etwa 12 Stunden später erreichten wir unser Ziel in Oberitalien, den Gardasee. Unser erster Halt war das Hotel, bevor wir den restlichen Nachmittag dazu nutzten uns Riva del Garda (kurz Riva) anzuschauen. Wem der Ortsnahme irgendwie bekannt vorkommt, der denkt bestimmt gerade an den Meister seiner Kunst, Geralt von Riva.

Mittwoch? Was? Warum fährt man Mittwochs nach Italien? Ganz einfach: Um an einem verlängerten Wochenende einen Kurzurlaub dort zu verbringen. Das bedeutet fast zwangsläufig, dass man sich in der kurzen Zeit nicht auf die faule Haut legt. Andererseits ist es nicht leicht in so kurzer Zeit Erholung und Entspannung wirken zu lassen, es sei denn, man kennt Trick17.

Trick17: Als wir uns Riva angeschaut haben, ließ ich meine Kamera bewusst im Auto. Zumindest traf ich diese Entscheidung bewusst, nachdem ich merkte, dass die Kamera noch im Auto lag als wir schon Kilometer weit davon entfernt waren. So zwang ich mich die Umgebung, Natur und Menschen bewusster wahrzunehmen, was tatsächlich funktionierte! Die Kehrseite der Medaille ist, dass ich von Riva keine Fotos habe, dafür aber schöne Erinnerungen habe. Tipp zum Nachmachen: Trick17 funktioniert ohne mobilen Datentarif noch besser.

Ich habe nun noch nicht erzählt wann wir geblitzt wurden. Glücklicherweise nicht auf der Fahrt ins Land wo die Zitronen blühen, sondern Nachts um 1 Uhr, als man eigentlich von Gelato und Pasta träumte.

Wie immer kommst du mit einem Klick/Tipp/Touch/Druck auf das Bild in die Galerie. Zum gesamten Album geht es hier. Bald wird es noch mehr Impressionalitäten von mir aus der Region des Lago di Garda geben. Bis dahin, Ciao!


Keine Rügen über Rügen

Rügen ist ein Kontinent vor der deutschen Ostküste. „Folge dem Stral durch einen Sund, überquere den neuen Bifröst, beobachte dabei die Hochseeangler auf dem alten Bifröst und ignoriere deinen Navigator!“, so kommst du nach Asgard Rügen. An Heimdall und Toll Collect müsst ihr mit einem PKW (Stand 2016) übrigens nicht vorbei.

Bodenschätze gibt es auf dieser geotektonischen Platte keine. An ihren Stränden lässt sich jedoch vereinzelt wertloser Bernstein finden. Die Herkunft ist umstritten, doch Experten vermuten, dass diese fossilen Relikte angespült werden, wenn Rentner bei Kaffeefahrten über Bord gehen und hungrigen Seelöwen zum Opfer fallen.

Zurück zum Ernst des Lebens, das Leben schenkt euch nichts. Wir haben weder das Bernsteinzimmer, noch alte Störtebeker-Piratenschätze gefunden. Es gab dafür aber reichlich Sonnenschein vom Himmel herab und aus der Flasche heraus. Rügen ist das perfekte Reiseziel für Wanderungen, frische Luft, Entschleunigung.

Einige regionale Inselbräuche sind mitunter auch als Tourist schön anzusehen. Empfehlenswert sind beispielsweise die alljährlichen Strandscheiterhaufen in Binz, die es dieses Jahr zum ersten Mal zu bestaunen gab. Über mehrere hundert Meter am Strand wurden Kubikmeterweise Treibholz, angespülte Kadaver und herrenlose Strandtücher aus dem Vorjahr aufgehäuft. Diese Haufen werden am Vorabend des Ostersonntags, bei Einbruch der Dunkelheit, entzündet. Aus Angst vor heidnischen Dämonen, denen es überhaupt nicht gefällt zu einem christlichen Fest gerufen zu werden, trafen wir die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt etwas anderes zu tun. Also fuhren wir mit dem rasenden Roland, der gewisse Ähnlichkeit zum Zug aus „Zurück in die Zukunft III“ hat, nach Sellin.

Wenn ich mich heute, fast einen Monat nach der Reise, an Rügen zurückerinnere, dann kommen mir nur positive und spaßige Momente in Erinnerung. Darum fällt es mir leicht zu sagen, dass Rügen mich noch einmal ertragen muss. So vieles habe ich noch nicht gesehen: Den Hafen von Sassnitz, Putgartens Kap Arkona, das Backsteintürmchen bei Bergen, die blühenden Putbusser Bärlauchgärten (die Mitte März noch nicht geblüht haben) und den Leuchtturm im Norden von Hiddensee.