Erst Licht, dann Strom, dann Emotion | Urbex & Sport Fotoblog by dsgk

Die Heilige

Wir waren vier Fotografen und schon 14 Stunden unterwegs. Alle hatten Hunger, es war heiß im Fahrzeug, die Fahrt schien kein Ende zu nehmen und zu allem Überfluss ging schon bald die Sonne unter. Trotz der angespannten Stimmung kann man sagen, die Reise zu diesem Objekt war spaßig! Das ist selbstverständlich nur subjektiv empfunden, denn zwei der Fotografen hätten mir liebend gern den Hals umgedreht.

Das hier vorgestellte Foto habe ich in einer unscheinbaren Villa, es war wohl eher ein größeres Haus, am Rande einer viel befahrenen Straße aufgenommen. Es ist ein Haus wie jedes andere ins dieser Gegend auch.  Es ist gemauert aus roten Ziegelsteinen, hat einen Vorgarten, einen kleinen Werkzeugschuppen und es steht leer.

Wir betraten das Haus wie üblich, durch eine Tür. Sie stand offen als würden wir erwartet. Im Inneren erwartete uns eine Situation wie ich sie vorher noch nicht erlebt hatte. Es schien, als wären die Bewohner erst zwei oder drei Wochen nicht mehr zu Haus gewesen. Etwas Staub lag auf allem das noch zu finden war. Eine alte sehr rustikale Küche, ein Lesezimmer mit Kamin, Schlaf- und Wohnzimmer. Im Obergeschoss noch ein paar Schlafzimmer und gleich neben dem Treppenaufstieg ein leerer Raum an dem ich zuerst unaufmerksam vorbei ging. Mich zog es hoch auf den Dachboden bis ich von unten her vertraute Geräusche wahrnahm, aus diesem Raum, an dem ich achtlos vorbei ging.

Nun hieß es warten. Jeder von uns wollte dort sein Foto aufnehmen und ich war der Letzte. Das war nicht weiter schlimm dachte ich, bis ich schließlich an der Reihe war. Ich betrachtete mein Motiv durch den Sucher und hielt einen Moment inne als ich ihr in die Augen blickte. Nicht, dass mich religiöses Zeug großartig interessiert, jedoch weiß ich nach Jahren des Religionsunterrichtes schon womit ich es zu tun habe.

Es war einfach dieser romantische, dieser intensive Moment. Das Licht schien sanft durch die Fenster und es war völlige Stille. sie stand nur so da. Allein in diesem leeren Raum. Die trockenen Holzdielen ächzten und knarzten sobald man sich bewegte. Jeder Hunger und jede Erschöpfung waren für diesen Moment vergessen. Klack, und das letzte Bild war aufgenommen.

Heute zeige ich euch diesen Moment, so wie ich ihn wahrgenommen habe. Das Foto führt euch wieder in die Fotocommunity[de] – Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt!

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